1. Startseite
  2. Sport
  3. Sport A-Z

Von Heesen wirft das Handtuch

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Mit seinem Rücktritt beendet Thomas von Heesen nach sieben Monaten ein riesengroßes Missverständnis. Der 46-Jährige stellt sein Amt als Trainer beim Zweitligisten zur Verfügung, kommt damit aber nur einer Entlassung zuvor.

Mit seinem Rücktritt beim 1. FC Nürnberg hat Thomas von Heesen nach sieben Monaten ein riesengroßes Missverständnis beendet. Am Donnerstagnachmittag stellte der 46-Jährige sein Amt als Trainer beim Zweitligisten zur Verfügung, kam damit aber nur einer Entlassung zuvor.

Der Coach machte eine "von mir nie für möglich gehaltene Eigendynamik" für seine Demission verantwortlich. Für ihn sei "nicht nachvollziehbar, nach zwei Spieltagen einen Trainer in Frage zu stellen - wider besseren Wissens, dass eine neu formierte, verjüngte Mannschaft Zeit zur Entwicklung braucht".

Am Abend hatte der "Club" eine Sitzung des Präsidiums und Aufsichtsrats angesetzt. Einziger Tagesordnungspunkt wäre die Personalie von Heesen gewesen. Der Krisengipfel fiel aus. "Der Trainer hat ja deutlich genug kundgetan, dass er sich hier nicht so wohlfühlt", sagte zuvor Präsident Michael A. Roth den Nürnberger Nachrichten.

Roth hatte eine "große Unruhe" beim fränkischen Traditionsverein ausgemacht. Wer dafür verantwortlich ist, war für den mächtigen Klub-Boss auch klar: "Wer hat das herbei geführt? Also die Führung auf keinen Fall. Er hat sich schon länger bei den Medien und bei den Fans alles verscherzt."

Roth führte auch den sportlichen Misserfolg an: "Dass er den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern konnte, war die erste große Enttäuschung, der Start in die zweite Liga war die zweite Enttäuschung." Von Heesen hatte im Februar das Amt von Hans Meyer übernommen.

Beim Heimspiel gegen Aachen am Sonntag wird die Mannschaft vom bisherigen Co-Trainer Michael Oenning betreut. Als Nachfolge-Kandidat für von Heesen gilt Wolfgang Wolf, der schon mal für den 1. FC Nürnberg arbeitete und ihn als "besonderen Verein" bezeichnet. "Da ist viel Herzblut dabei", sagt Wolf.

Auch der Kader verändert sein Gesicht noch mal: Robert Vittek wechselt für etwa 3,5 Millionen Euro zum OSC Lille, Jacques Abardonado geht ebenfalls nach Frankreich. Und Angelos Charisteas soll noch abgegeben werden. Dagegen schloss Manager Martin Bader einen Wechsel von Marek Mintal zum VfL Wolfsburg aus. fr/sid

Auch interessant

Kommentare