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Die Frisur sitzt: Walace, Neuzugang des HSV, im Olympiafinale gegen Serge Gnabry.

Deadline Day

Die Hatz vor Toresschluss

Die Bundesliga nimmt in der zweiten Transferperiode viel Geld ein und gibt viel aus. Vor allem Mainz zeigt sich in den letzten 72 Stunden sehr aktiv.

Am letzten Tag der Wintertransferperiode ist ebenso erwartungsgemäß wie traditionell noch einmal Dynamik in den Markt gekommen. Die Bundesligisten haben in diesem Januar für Ablösen mehr denn je ausgegeben. Die zwei Jahre alte Bestmarke in Höhe von 65 Millionen Euro wurde deutlich um rund 25 Millionen Euro übertroffen, allerdings nahmen die Klubs mit kumuliert rund 90 Millionen Euro ebenso viel ein, allen voran wegen des Transfers von Julian Draxler für 42 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Paris St. Germain. Zählt man die Einkäufe im vergangenen Sommer hinzu, stieß die Bundesliga mit knapp über 600 Millionen Euro auch bei den Transferausgaben in neue Dimensionen vor. Die künftig höheren Einnahmen aus der TV-Vermarktung dürften dazu beitragen, dass sich der Trend eher noch verstärkt.

Allein Alexander Isak (für zehn Millionen Euro nach Dortmund), Leon Bailey (zwölf Millionen/Leverkusen) und Dayot Upamecano (zehn Millionen/Leipzig) kosteten zusammen mehr als 30 Millionen Euro, und alle könnten eigentlich noch zur Schule gehen. Auch Riechedly Bazoer (zwölf Millionen/Wolfsburg) und Walace (zehn Millionen/Hamburger SV) haben ihre Teenager-Zeit gerade hinter sich.

Mainz besonders aktiv

Besondere Aktivitäten entwickelte in den letzten 72 Stunden vor Schließung der Transferliste, die bis zum 1. Juli geschlossen bleibt, auch der FSV Mainz 05. Kaum hatten die Rheinhessen die spektakuläre Leihe des einstigen Wunderkindes Bojan Krkic bekannt gegeben, legten sie nach. Von US Palermo aus Italien kommt Robin Quaison und unterschrieb bis 2021. Der vierfache schwedische Nationalspieler und U21-Europameister von 2015 spielte bis 2014 beim AIK Solna in seiner Geburtsstadt Stockholm. Das Trikot der Sizilianer trug er in 66 Spielen der Serie A, erzielte dabei sieben Tore und legte viermal auf. Eine übersichtliche Quote, die dem Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder aber ausreicht, um vom Drei-Millionen-Transfer überzeugt zu sein: „Robin ist ein Spieler mit einer Entwicklungsperspektive.“ Trainer Martin Schmidt sekundierte: „Er ist der Typ Umschaltspieler, der sehr gut zu unserem offensiven Spielstil passt.“

Viel Geld gab Bayer Leverkusen für den Jamaikaner Leon Bailey aus. Der Werksklub holte den 19-Jährigen vom belgischen Erstligisten KRC Genk. Bailey erhielt einen Vertrag bis 2022 und soll rund zwölf Millionen Euro Ablöse gekostet haben. „Dieser Junge stand auch bei vielen anderen europäischen Klubs ganz weit oben auf der Wunschliste“, sagte Geschäftsführer Michael Schade.

Der Offensivspieler wurde in Belgien als Entdeckung der Hinrunde gefeiert. „Er ist ein außergewöhnlich schneller, trickreicher Spieler. Wir sind sicher, dass Leon auf Sicht ein großer Gewinn sein wird“, so Sportchef Rudi Völler. Bayer muss sich mittelfristig nach Ersatz für Julian Brandt umschauen, der per Ausstiegsklausel ab 2018 für 20 Millionen Euro gehen kann und mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird.

Am Freitag gastiert die Werkself in Hamburg. Dort sah der Neuzugang Walace aus Brasilien laut Selbstauskunft „zum ersten Mal Schnee“. Der defensive Mittelfeldspieler kostete fast zehn Millionen Euro und passt somit finanziell in den Hamburger Rahmen. In den vergangenen fünf Spielzeiten gab der HSV rund 130 Millionen Euro für neue Spieler aus, mehr als doppelt so viel, als er durch Verkäufe einnahm. Aktueller Tabellenstand: 17. (jcm/dpa/sid)

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