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Zweikampf: William Vainqueur (li.) und Manuel Schmiedebach kämpfen um den Ball.
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Zweikampf: William Vainqueur (li.) und Manuel Schmiedebach kämpfen um den Ball.

Europa League

Hannover trotz Niederlage weiter

Verloren und doch gewonnen: Hannover 96 unterliegt klar gegen Lüttich. Weil die Gruppengegner mitspielen, sind die Niedersachsen dennoch in der Zwischenrunde. Für Hannover 96 ist das der größte internationale Erfolg der Vereinsgeschichte.

Verloren und doch gewonnen: Hannover 96 unterliegt klar gegen Lüttich. Weil die Gruppengegner mitspielen, sind die Niedersachsen dennoch in der Zwischenrunde. Für Hannover 96 ist das der größte internationale Erfolg der Vereinsgeschichte.

Trotz der ersten Niederlage auf internationaler Bühne seit 1992 hat Hannover 96 den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League geschafft. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka verlor zwar beim belgischen Cupsieger Standard Lüttich 0:2 (0:1), profitierte aber vom Patzer des Gruppenrivalen FC Kopenhagen bei Worskla Poltawa.

Damit sind die Niedersachsen mit acht Punkten genauso wie Gruppensieger Standard (11 Zähler) nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen.

Zum Erreichen der nächsten Runde hat 96 im „Hexenkessel von Lüttich“ vor gut 25.000 Zuschauern aber nicht viel beigetragen, stattdessen setzte es durch Tore von Mohamed Tchite (25.) und Gohi Bi Cyriak (59.) die erste Europacup-Niederlage seit dem 15. September 1992 (1:3 im Europapokal der Pokalsieger gegen Werder Bremen).

Trotzdem ist das abschließende Spiel gegen Poltawa am 15. Dezember bedeutungslos geworden, da auch der Gruppensieg für Hannover nicht mehr zu schaffen ist. Für die K.o.-Runde der Europa League (Februar 2012) heißt das: Hannover kann auf Gegner wie den FC Chelsea, Manchester City oder den SSC Neapel hoffen. "Das ist etwas ganz Besonderes für die ganze Stadt Hannover. Jetzt können wir über Weihnachten daran denken, welchen Gegner wir in der nächsten Runde bekommen“, sagte Trainer Mirko Slomka. „Nach dem 0:1 war es hier sehr schwierig für uns, aber wir sind weiter. Jetzt müssen wir sehen, was in der nächsten Runde für uns möglich ist“, meinte der Hannoveraner Steven Cherondolo.

Zweikämpfe mit Haken und Ösen

Viel Zeit zum Verarbeiten der Partie hatten die mitgereisten 96-Fans nicht: Die rund 1700 Anhänger mussten nach Abpfiff umgehend die Heimreise antreten. Schon vor der Begegnung hatte kein Gäste-Anhänger die Stadt betreten dürfen, Personen in Fan-Montur drohte sogar ein 24-stündiger Arrest. Zudem war nach einer Anweisung von Lüttichs Bürgermeister Willi Demeyer, ebenso Polizeichef der Stadt, den Hannoveranern die Anreise erst 90 Minuten vor Anpfiff und nur per Bus erlaubt. Schon in den ersten Minuten entwickelte ein offener Schlagabtausch mit zahlreichen Zweikämpfen, die mitunter mit Haken und Ösen geführt werden. Im ersten „Endspiel“ um den Gruppensieg versuchten die Belgier den Spielfluss der Gäste schon früh im Mittelfeld zu stören und Druck aufzubauen.

Schon in den ersten 20 Minuten boten sich den 96ern Möglichkeiten zum Kontern, doch es fehlte der letzte präzise Pass, um Standard zu überraschen. Als sich die Niedersachsen befreit hatten und selbst einige Angriffe vortrugen, ging der Schuss aber nach hinten los. Der Kongolese Tchite nutzte einen Blackout der 96-Abwehr und ließ Torhüter Ron-Robert Zieler mit einem Schuss aus acht Metern keine Chance.

Schlaudraff verpasst Ausgleich

Bereits drei Minuten zuvor hatte Lüttich die ersten Chance der Begegnung durch Geoffrey Mujangi, der das Tor jedoch aus allzu spitzem Winkel knapp verfehlte. Die Norddeutschen zeigte sich zunächst vom Gegentreffer beeindruckt, zumal die Belgier auf das zweite Tor drängten. Pech hatten die Hannoveraner bei einem Konter in der 35. Minute, als Jan Schlaudraff nur knapp an Lüttichs Torhüter Sinan Bolat scheiterte. Kurz vor der Pause verhinderte Bolat mit viel Mühe bei einem Eckball von Christian Pander den Ausgleich.

„Es hat die letzte Genauigkeit gefehlt in der Anfangsphase. Es ist ärgerlich, dass wir nun hinterherlaufen müssen. Aber wir haben alle Möglichkeiten, das Spielm zu drehen“, meinte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke in der Halbzeitpause beim TV-Sender Sky. Hannovers Trainer Mirko Slomka, der im Vergleich zum 1:1 gegen den Hamburger SV am vergangenen Samstag wieder auf den zuletzt gesperrten Lars Stindl zurückgreifen konnte, sah nach dem Wechsel unvermindert offensive Gastgeber, die seine Mannschaft Schwerstarbeit bescherten.

Konter sorgt für Entscheidung

Auf Entlastung hoffte der 96-Coach durch die Einwechselung von Didier Ya Konan für Stindl. Doch auch diese Variante verfehlte ihre Wirkung, denn Lüttich agierte wesentlich aggressiver und schloss einen schnellen Konter durch Cyriate mit dem zweiten Treffer ab. Coach Slomka schärfte spätestens danach den Blick zum anderen Spiel der Gruppe. „Ich habe natürlich das Spiel in Poltawa verfolgt und gehofft, dass dort kein Tor mehr fällt. Wir sind weiter, dennoch sind wir wegen des 0:2 ein wenig enttäuscht. Aber insgesamt können wir sehr stolz sein“, sagtge Slomka

Bei den Hannoveranern, bei denen an diesem Abend nicht viel zusammenlief, vermochte allenfalls Steven Cherundolo zu gefallen. Lüttich hatte in den beiden Torschützen Tchite und Cyriate seine herausragende Akteure. (FR/dapd/sid)

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