1. Startseite
  2. Sport
  3. Sport A-Z

„Eine Ehre“: Deutsches Damen-Schiri-Duo pfeift erstmals bei Handball-WM der Männer

Erstellt:

Von: Melanie Gottschalk

Kommentare

Erstmals in der Geschichte der Handball-WM der Männer werden zwei deutsche Frauen als Schiedsrichterinnen auf der Platte stehen.

Frankfurt - Wenn am Mittwoch (11. Januar) das erste Spiel der Handball-WM 2023 in Schweden und Polen angepfiffen wird, beginnt auch für Tanja Kuttler und Maike Merz eine neue, aufregende Zeit. Denn erstmals in der Geschichte wird ein rein weibliches Schiedsrichtergespann aus Deutschland bei einem Männer-Turnier eingesetzt. Die beiden Deutschen gelten mittlerweile für viele als Vorbild – auch wenn der Weg dorthin nicht immer einfach war.

„Wir haben sehr lange gekämpft, auch Männer-Spiele zu pfeifen. Da mussten wir viel Überzeugungsarbeit leisten“, sagte Tanja Kuttler vor wenigen Monaten gegenüber dem SWR. In der Handball-Bundesliga sind sie bereits seit 2018 als Unparteiische unterwegs, nun hat es auch endlich mit der Nominierung für die Weltmeisterschaft geklappt. Dort hofft auch die deutsche Mannschaft auf ein gutes Ergebnis.

Handball-WM: Für Schiedsrichterinnen „einfach eine große Ehre“

Von Beginn an hatten es die beiden Schwestern nicht leicht, mussten sich erst behaupten. „Als wir begonnen haben, waren Frauen an der Pfeife nicht der Normalfall, sondern eine Ausnahme. Wir waren Exotinnen. Wenn wir in eine Halle reingekommen sind, mussten wir uns häufiger etwas anhören“, sagte Merz gegenüber dem Mannheimer Morgen. Auch viele Funktionäre hätten ihnen nicht zugetraut, bei den Handball-Männern pfeifen zu können – doch sie haben alle Kritiker:innen eines Besseren belehrt.

In der Bundesliga kamen sie schon zum Einsatz, nun werden Tanja Kuttler und Maike Merz auch bei der Handball-WM als Schiedsrichterinnen auf der Platte stehen.
In der Bundesliga kamen sie schon zum Einsatz, nun werden Tanja Kuttler und Maike Merz auch bei der Handball-WM als Schiedsrichterinnen auf der Platte stehen. © Oliver Zimmermann/imago

Die allerersten Frauen bei einer Handball-WM der Männer sind die beiden zwar nicht – das erste reine Schiedsrichterinnengespann kam bei der WM 2017 aus Frankreich – die Freude ist trotzdem groß, dass sie die ersten deutschen Frauen sind. „Die Nominierung kam relativ langweilig per Mail“, erzählt Maike Merz, „aber wir haben uns natürlich trotzdem riesig gefreut. Das ist einfach eine Ehre“.

Handball-WM: Schiedsrichterinnen loben Gleichberechtigung

Kuttler und Merz dürften positiv in die Zukunft blicken, denn seit dem Beginn ihrer Karriere als Schiedsrichterinnen hat sich einiges getan. „Wir haben schon das Gefühl, dass wir genauso behandelt werden, wie unsere männlichen Kollegen“, sagt Maike Merz gegenüber der ARD. „Es ist den Spielern egal, ob ich ein Mann oder eine Frau bin. Wir werden auch angeschrien, wie Männer und das ist auch gut so.“

Auch ihre Schwester Tanja Kuttler lobt: „Was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist, ist hervorragend. Die Gleichberechtigung ist zu 100 Prozent umgesetzt worden.“ Jetzt müssten sie beweisen, dass sie das Vertrauen verdienen. Für zwei Kämpferinnen wie sie sollte das aber kein Problem sein. (msb)

Auch interessant

Kommentare