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Warum trifft es immer die Deutschen? Schon wieder zwei Handballer mit positivem Corona-Test

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Von: Patrick Mayer

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Von Corona gebeutelt: das DHB-Team bei der Handball-EM.
Von Corona gebeutelt: das DHB-Team bei der Handball-EM. © IMAGO / Laci Perenyi

Das DHB-Team meldet bei der Handball-EM zwei weitere positive Corona-Tests. Was geht schief bei der deutschen Nationalmannschaft, dass es so viele Spieler erwischt? 

München/Bratislava - Deutschland hat ein Corona-Problem. Das gilt in der Pandemie für weite Teile der Gesellschaft. Das gilt in diesen Tagen insbesondere auch für die deutsche Handball-Nationalmannschaft, die nach einem 21:25 gegen Schweden das Halbfinale der Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei verpassen wird.

Deutschland bei der Handball-EM: Schon 15 positive Corona-Tests beim DHB-Team

An diesem Montag kamen nun die Corona-Fälle 14 und 15 im DHB-Team hinzu. „Mit Simon Ernst und Patrick Wiencek fallen zwei weitere Spieler mit positiven Tests aus“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Montagmorgen in Bratislava. Zudem wurde „ein weiteres Delegationsmitglied, das nicht auf der Bank sitzt“, positiv getestet, erzählte Kromer. Mittlerweile stellt sich die Frage: Warum trifft es immer die Deutschen?

Auch andere Teams haben Corona-Sorgen. Mitte Januar hatten die Polen fünf Corona-Fälle auf einen Schlag vermeldet. Kurz vor dem Hauptrunden-Spiel gegen Deutschland (23:29) gab es auch bei Spanien zwei positive Corona-Tests. Und: Bei den Niederlanden wurde am Wochenende Top-Werfer Kay Smits positiv auf das Coronavirus* getestet. Das Ausmaß im DHB-Team ist bei diesem Turnier aber einzigartig - im negativen Sinne.

Mehr können wir kaum tun.

Bundestrainer Alfred Gislason

Corona bei der Handball-EM: Deutschland trifft es reihenweise - trotz strenger Regeln

„Wir sind aktuell Gott sei Dank noch durchgekommen“, hatte DHB-Funktionär Kromer noch nach dem 33:29 der deutschen Handballer zum Auftakt gegen Belarus im Interview mit dem Deutschlandfunk (Dlf) gesagt: „Natürlich atmen wir die gleiche Luft und deswegen ist da auch immer ein gewisses Risiko mit dabei in der Breite. Wir haben mit Sicherheit in der heutigen Zeit Risiken, die leider über das Normale hinausgehen. Auch die Bundesliga hätte gespielt, wenn aktuell keine EM-Pause wäre.“ Kurz darauf wurde mit Julius Kühn (MT Melsungen) der erste Corona-Fall bekannt.

Der DHB hatte zwischenzeitlich die teaminternen Corona-Regeln verschärft*. Die Spieler isolierten sich auf ihren Einzelzimmern. Das Essen wurde ihnen auf eben diese gebracht. Videostudien zur Analyse des Gegners wurden digital per Chat gemacht. Erst kurz vor denn Spielen treffen die Handballer im Mannschaftsbus aufeinander. Auch in der Kabine gilt eine Maskenpflicht.

Im Video: Handball-EM - Weitere Corona-Fälle im DHB-Team

Die Spieler wurden und werden permanent durch einen medizinischen Mitarbeiter getestet, wie das ZDF berichtete. „Es ist mir ein Rätsel, wie das Virus zu uns hereingekommen ist“, erklärte Bundestrainer Alfred Gislason. Seit Anfang Januar halte man sich an die strengen Regeln und trotzdem sei es passiert. „Mehr können wir kaum tun“, meinte der 62-jährige Isländer weiter.

Deutschland bei der Handball-EM: DHB-Team trifft zum Abschluss auf Russland

Die deutsche Delegation hatte die Maßnahmen vor Ort in Bratislava noch gelobt. Die Halle in der slowakischen Hauptstadt darf nur bis zu einer Auslastung von 25 Prozent gefüllt werden. Es gilt eine strenge FFP2-Maskenpflicht im gesamten Indoor-Bereich. Ferner greift in Bratislava die sogenannte 1G-Regel - nur Geimpfte dürfen in die Arena. Ob Spieler, Betreuer oder Fans. Währenddessen wird in der ungarischen Hauptstadt Budapest teils vor 20.000 Zuschauern gespielt, anfangs noch ohne Maskenpflicht. Die Teams, die bislang hier spielten, hatten aber keinen derartigen Corona-Ausbruch zu beklagen.

In der Donaumetropole findet nun das EM-Halbfinale statt. Während Deutschland vor seinem letzten EM-Spiel in der Zwischenrunde gegen Russland (Dienstag, 18 Uhr, hier im Live-Ticker) den Rücktransport von reihenweise positiv getesteten Spielern organisieren muss. Und sich der DHB mit der Frage konfrontiert sieht, wieso es so viele Infektionen gerade beim Europameister von 2016 gab. (pm) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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