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Das halbe Glück

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Triathlet Sebastian Dehmer trotz EM-Sieg nicht ganz froh

Von MARGIT REHN

Wie gewonnen, so zerronnen. Das Sprichwort passt absolut zu den Erlebnissen von Sebastian Dehmer bei der Triathlon-Europameisterschaft über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) am Wochenende in Kopenhagen. Gewonnen hat der 25 Jahre alte Weltmeister von 2004 gemeinsam mit Franz Löschke (Potsdam) und dem Ravensburger Daniel Unger die Goldmedaille im Supersprint (300 Meter Schwimmen, acht Kilometer Radfahren, zwei Kilometer Laufen) vor Portugal und Russland.

Zerronnen sind hingegen seine Ambitionen im Einzel, wo der Darmstädter eine Top-Ten-Platzierung ins Visier genommen hatte, sich jedoch mit Rang 17 bescheiden musste. Die Einzelmedaillen holten andere. Hinter dem neuen Europameister Javier Gomez (Spanien) waren das auf den Plätzen zwei und drei Dehmers Teamkollegen Jan Frodeno (Saarbrücken) und Daniel Unger. Auch Maik Petzold (Saarbrücken), der Fünfter wurde, konnte ihn abhängen.

Für die Deutsche Triathlon-Union (DTU) war es das bisher beste EM-Ergebnis überhaupt, für Sebastian Dehmer hingegen ein vergoldetes Trauerspiel. "Ich war schon sehr frustriert, aber in der Reflexion hat sich gezeigt, dass ich mit meiner Leistung im Grunde zufrieden sein konnte", sagte der Südhesse, der bei der "knüppelharten" und engen Laufentscheidung den Kürzeren zog. Das Spitzenfeld habe sehr dicht beieinander gelegen und überhaupt werde die Konkurrenz auf der Olympischen Distanz auch in der Spitze immer breiter, betont Dehmer. Er muss sich also warm anziehen, wenn er sein Jahresziel erreichen will: Die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking 2008.

Gelegenheiten, sich entsprechend zu profilieren, gibt es genug. Schon in zwei Wochen bei der deutschen Meisterschaft in München, kurz darauf dann beim Weltcup in Kitzbühel. Und im September schließlich steht die Weltmeisterschaft in Hamburg auf dem Programm.

Ironman-Distanz das Ziel

Bei diesem Wettkampf der Superlative mit fast 8000 Starterinnen und Startern und geschätzten Zuschauermassen von einer halben Million will Sebastian Dehmer seine heimischen Rivalen, mit denen er im Team durchaus auch zu Feiern versteht, in die Wüste schicken. Dafür gedenkt er die Trainingsumfänge zu steigern und im Laufbereich spezielle Reize zu setzen. "Ansonsten muss man dann eben abwarten, wie sich der Wettkampf entwickelt", sagt Dehmer.

Der Sportsoldat, dem ein hohes Tempo angeblich in den Genen liegt, und der deshalb von sich glaubt, für die Olympische Distanz prädestiniert zu sein, kann sich aber einen Wechsel zum Ironman durchaus vorstellen. "In Frankfurt will ich auf jeden Fall mal dabei sein", sagt er und verweist auf Lothar Leder, der auch von der Kurzstrecke kam und auf das große Zeitfenster, das ihm sportlich noch bleibt: "Beim Ironman bin ich jetzt noch ein Baby."

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