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Haftstrafe für Präsident von Fenerbahce

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Fenerbahçe-Fans feiern die Freilassung von Präsident Aziz Yilidrim.
Fenerbahçe-Fans feiern die Freilassung von Präsident Aziz Yilidrim. © AFP

Nächste Wende im türkischen Manipulationsskandal: Fenerbahce-Präsident Aziz Y?ld?r?m wird von einem Istanbuler Gericht schuldig gesprochen. Der türkische Fußballverband TFF hatte Y?ld?r?m zuvor von Manipulationen freigesprochen.

Von Timur Tinç

Nächste Wende im türkischen Manipulationsskandal: Fenerbahce-Präsident Aziz Y?ld?r?m wird von einem Istanbuler Gericht schuldig gesprochen. Der türkische Fußballverband TFF hatte Y?ld?r?m zuvor von Manipulationen freigesprochen.

Nach einem Jahr der Befragungen und insgesamt 23 Verhandlungstagen hat ein Istanbuler Gericht am Montag sein Urteil im türkischen Manipulationsskandal verkündet: Der Hauptangeklagte, Fenerbahçe Präsident Aziz Y?ld?r?m, ist dabei zu einer Haftstrafe von insgesamt sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Zwei Jahre und sechs Monate davon bekam Y?ld?r?m für die Gründung einer kriminellen Vereinigung aufgebrummt. Drei Jahre und neun Monate Strafe erhielt er für die Manipulation und die versuchte Manipulation durch Prämienzahlungen von Meisterschaftsspielen in der Süperlig. Zusätzlich wurde der Präsident des 18-maligen türkischen Meisters zu einer Geldstrafe von umgerechnet 500.000 Euro verurteilt und dem Verbot sein Amt als Präsident wahrzunehmen und Spiele in Stadien zu schauen.

19 weitere Akteure verurteilt

Y?ld?r?ms Anwalt kündigte jedoch Revision an und vor den Kassationshof, eines der obersten türkischen Gerichte, zu ziehen. Gleichzeitig wurden Y?ld?r?m und drei andere Verurteilte aus dem Gefängnis freigelassen, weil sie schon lange in Untersuchungshaft gesessen hatten. Neben Y?ld?r?m wurden 19 weitere Spieler, Trainer und Klubverantwortliche zwischen fünf Monaten und zweieinhalb Jahren verurteilt.

Seit Mitte Februar mussten sich 93 Verdächte vor dem Istanbuler Gericht wegen angeblicher Spielmanipulation verantworten. Die Angeklagten waren im vergangenen Juli festgenommen worden. Das Verfahren bezog sich auf insgesamt 19 Spiele in der Süperlig und der zweiten türkischen Liga in der Saison 2010/2011.

Strafen nur für versuchte Manipulation

Fenerbahçe war am letzten Spieltag durch ein 4:3 über Sivasspor Meister geworden. Auch dieses Spiel soll verschoben worden sein. Fenerbahçe wurde in der vergangenen Saison vom türkischen Fußballverband (TFF) aus der Champions-League ausgeschlossen. Der Disziplinar-Ausschuss des türkischen Verbands hatte Anfang Mai jedoch alle Klubs im Zuge des Manipulationsskandales verschont. Strafen erhielten lediglich Funktionäre aufgrund der versuchten Manipulation und der Spieler Ibrahim Ak?n, der laut Urteil des Ausschusses ein Spiel manipuliert haben soll.

Zeitgleich mit der Verkündung wurde auch der Paragraph 58 der Satzung geändert. Nach dessen ursprünglicher Fassung wurde der Versuch einer Manipulation mit dem Zwangsabstieg der beteiligten Klubs und mehrjährigen bis lebenslangen Sperren der betreffenden Personen bestraft. Der modifizierte Paragraf sieht zwar immer noch einen Zwangsabstieg vor, die Strafe kann jedoch – je nach Schwere des Vergehens – zur Bewährung ausgesetzt oder mit Punktabzügen und Geldstrafen sanktioniert werden.

Die Europäische Fußball Union UEFA hat Fenerbahçe, den Vizemeister der abgelaufen Spielzeit,  nur unter Vorbehalt für die kommende Champions-League-Saison zugelassen. Die Entscheidung der Einspruchskammer des Türkischen Fußballverbandes TFF war nämlich so spät eingegangen, dass sie von der Kontroll- und Disziplinarkammer der UEFA noch nicht geprüft werden konnte.

Bis zu einem endgültigen Beschluss darf der Klub an den Qualifikationsspielen zur Champions League teilnehmen. Das Urteil des Istanbuler Gerichts wird dabei wohl keine Rolle spielen. Dennoch fragt man sich: Warum hat der türkische Fußballverband Aziz Y?ld?r?m der Manipulation freigesprochen und ein ordentliches Gericht ihn verurteilt? Dafür wird sich die TFF vor der UEFA verantworten müssen.

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