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Moderiert bald das ZDF-Sportstudio: Dunja Hayali.

Dunja Hayali

Gute Zuhörerin mit Haltung

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Dunja Hayali verstärkt vom Spätsommer an das Moderatorenteam des ZDF-Sportstudio.

Die ersten Anfeindungen blieben nicht aus. „Nein.... bitte nicht, schrieb einer mit einem unappetitlichen Emoticon garniert auf der Facebook-Seite von Dunja Hayali, die gerade verkündet hatte, im Spätsommer das Moderatorenteam des ZDF-Sportstudios zu ergänzen. „Doch. Soooorryyyy“, antwortete die schlagfertige Journalistin mit einem Grinse-Smiley. Solche negativen Kommentare sind harmlos im Vergleich zu denen, die die 43-Jährige in den zurückliegenden Jahren fast täglich als Moderatorin des Morgenmagazins und nach ihren Berichten von AfD-Demonstrationen erhalten hat.

„Da wird ein Traum wahr“, sagte Hayali in der offiziellen Mitteilung des Senders zu ihrem neuen Job. Das Sportstudio sei für sie „seit Jahrzehnten die Sportsendung im deutschen Fernsehen“. ZDF-Chefredakteur Peter Frey ergänzte: „Dunja Hayali wird in diesem Sommer nicht nur in ihrem Talkmagazin auf einem festen Sendeplatz im ZDF ihre kommunikativen Stärken zeigen – sie bringt nun auch ihre Sportkompetenz ins ZDF-Programm ein.“

Hayali wird neben Katrin Müller-Hohenstein, Jochen Breyer und Sven Voss durch die traditionsreiche Sportshow am Samstagabend führen.

Hayali studierte an der Deutschen Sporthochschule in Köln und war neun Jahre lang Sportmoderatorin der Deutschen Welle, bevor sie 2007 zum ZDF-Morgenmagazin wechselte. Am 25. August (23 Uhr) soll Hayali ihre Feuertaufe im ZDF-Sportstudio unmittelbar zum Start der Bundesligasaison erleben. Carmen Thomas war 1973 die erste Moderatorin im ZDF-Sportstudio und war in 14 Sendungen im Einsatz.

Dunja Hayali bezeichnet sich gerne als Deutsche mit „Migrationsvordergrund“. Ihre Eltern sind irakische Christen. Um die selbsternannten Verteidiger des christlichen Abendlandes zu verstehen, begleitete sie 2015 eine Demonstration der Alternative für Deutschland (AfD) in Erfurt. Damals - im Oktober 2015 - schlug ihr eine unglaubliche Aggression entgegen, einige Aussagen machten sie sprachlos. Trotz all dem „Lügenpresse“-Geschrei ließ sie die Leute aussprechen und alles wurde ungefiltert veröffentlicht.

Dafür erhielt sie unter anderem die „Goldene Kamera“ und sagte bei ihrer Rede: „In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern können, ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber: Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt nochmal ein Rassist.“

Hayali ist Unterstützerin des Vereins Gesicht zeigen und Botschafterin der Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus. Auf ihre selbstgestellte Frage auf Facebook, mit wem sie denn mal ein Interview führen wolle, schreibt sie: „Wer will schon mit Messi, Ronaldo, Neymar oder Bale sprechen, wenn er mit Neuer, Kroos, Reus, Stindl, Werner, Hector, zweimal Müller, Popp, ?a?ic oder Marozsán auf die Torwand pöhlen darf.“ (mit dpa)

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