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Oliver Bierhoff ist mit der Gruppen-Auslosung für die WM 2014 zufrieden.
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Oliver Bierhoff ist mit der Gruppen-Auslosung für die WM 2014 zufrieden.

WM-Auslosung für 2014

„Gut, dass wir nicht die Franzosen haben“

Er war einer der gefragtesten Gesprächspartner: Oliver Bierhoff, Teammanager der deutschen Nationalmannschaft, wirkt unmittelbar nach der Auslosung der Qualifikationsgruppen zur Fußball-WM 2014 äußerst gelöst.

„Gut, dass wir nicht die Franzosen bekommen haben“, sagte Bierhoff, dem das Durcheinander in der Mixed Zone offenbar nichts auszumachen schien. „Wir haben Gegner, die uns volle Konzentration und Motivation abverlangen. Das ist auf dem Weg zur WM gar nicht schlecht“, sagte Bierhoff. Mit dieser Einschätzung stand er nicht allein. Cafu, Weltmeister 1994 und 2002, hält Deutschland gar für einen der gefährlichsten Rivalen der Gastgeber. „Es ist schon erstaunlich, welche Arbeit die an der Basis geleistet haben. Kein Zweifel, Deutschland wird sich ohne Probleme qualifizieren“, glaubt Cafu, der 2002 in Japan nach dem 2:0-Finalsieg gegen Deutschland und Oliver Bierhoff den Pokal in die Höhe reißen durfte.

Auch Walter Casagrande, der lange in Europa gespielt hatte und heute für den größten brasilianischen TV-Sender als Experte arbeitet, sieht die deutsche Mannschaft als Gruppenfavorit. Spanien sei derzeit noch das Maß aller Dinge, aber Deutschland habe den Abstand verkürzt. Und der amtierende Weltmeister Spanien bekommt es mit Frankreich zu tun, einer Mannschaft, die Bierhoff um keinen Preis wollte.

In den Qualifikationsspielen wird die deutsche Mannschaft auch auf einen weiteren Deutschen treffen: Weißrusslands Trainer Bernd Stange will die Großen zumindest ärgern, den Franzosen habe er in der Vergangenheit schon des Öfteren einen Strich durch die Rechnung machen können. Und die deutsche Mannschaft? „Angesichts der zahlreichen Talente, die in den kommenden Jahren in die Mannschaft rücken, kann sich Jogi Löw entspannt zurücklehnen“, glaubt Stange.

Keine "Todesgruppe"

Von Entspannung spricht Oliver Bierhoff ganz und gar nicht: „Es gibt keine Selbstläufer mehr, auch wenn unsere Gruppe auf dem Papier lösbar scheint“. Besonders ein ausgebuffter Fußball-Kenner wie Irlands Trainer Giovanni Trappatoni habe ein präzises Bild des deutschen Fußballs und werde der Mannschaft von Joachim Löw das Leben schwerzumachen wissen. Und auch gegen die Österreicher hatte Löws Mannschaft zuletzt hart arbeiten müssen, um am Ende drei Punkte einzufahren. Bleiben die Schweden, mit denen sich Deutschland bereits einige Qualifikationsschlachten geliefert hat. So etwa 1965, als ein gewisser Franz Beckenbauer beim entscheidenden 2:1-Sieg im Rückspiel in Stockholm sein Debüt feierte.

Die weiteren Qualifikationsgruppen scheinen auf den ersten Blick weitgehend ausgeglichen. Eine sogenannte Todesgruppe gibt es diesmal nicht, die Favoriten sollten zumindest für die Relegationsspiele gesetzt sein. Vielleicht fehlte auch deshalb das Salz während der Auftaktveranstaltung in Rio de Janeiro. Daran änderte auch die optisch anspruchsvoll aufgemachte Präsentation der Auslosung nichts.

„Trotzdem hat man das Flair Brasiliens spüren können, den Fußball haben die Menschen im Blut“, sagte Bierhoff. Und er muss es wissen: Während seines Engagements in Italien hatte er eine brasilianische Haushälterin, die später so etwas wie eine Ersatzmutter für ihn wurde. Seitdem hat er viel über das Land und seine Fußball-Leidenschaft erfahren und sich dort auch seit langem sozial engagiert.

Dass vor allem die sozial schwachen Menschen von dieser WM profitieren sollen, dafür will Staatspräsidentin Dilma Roussef stehen, die in Ihrer Ansprache FIFA-Präsident Joseph Blatter und Verbandspräsident Ricardo Teixeira praktisch ignorierte und stattdessen auf die Errungenschaften der Regierung in den vergangenen Jahren verwies. Ein deutlicher Hinweis, dass Brasilien während der WM nicht zu einem FIFA-Land werden und seine eigenen Ansprüche geltend machen und der Welt sein eigenes Gesicht zeigen will. (dapd)

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