Wettskandal

Gütersloh trennt sich von Spieler

Fußball-Sechstligist FC Gütersloh reagiert nach einem ersten Geständnis des suspendierten Verler Spielers Patrick Neumann und feuert einen 24-Jahre alten Stürmer. Er soll in einem Wettbüro gearbeitet haben.

Gütersloh. Fußball-Sechstligist FC Gütersloh hat nach einem ersten Geständnis des suspendierten Verler Spielers Patrick Neumann im Wettskandal reagiert und sich mit sofortiger Wirkung von einem 24-Jahre alten Stürmer getrennt. Dies berichtet das Westfalen-Blatt.

Der Spieler sei mehrere Tage nicht mehr zum Training erschienen.Dr. Lutz Klose, der Rechtsanwalt des Verler Beschuldigten Patrick Neumann, erklärte der Zeitung, dass die Kripo seit der vergangenen Woche auch intensiv gegen den FCG-Spieler ermittele. Demnach sollen sich dieser und Neumann gekannt haben. Nach Recherchen des Westfalen-Blattes arbeitet der Gütersloher Spieler in einem Wettbüro am Bielefelder Jahnplatz. Er soll in das Visier der Polizei gerückt sein, nachdem er eine SMS an Neumann mit dem Inhalt "Du kannst dir das Geld bei mir abholen" versendet haben soll.

FCG-Sportkoordinator Wolfgang Grübel erklärte: "Am Montag hat er über ein Fremdhandy eine Textnachricht an mich geschickt. Der Inhalt: Eine fadenscheinige Begründung, nicht zum Training zu erscheinen. Wir haben dann sofort unsere Konsequenzen gezogen."

Viele Fragen bleiben

Ob es eine Hausdurchsuchung bei dem betroffenen Akteur gegeben habe und ob sein eigenes Handy von der Staatsanwaltschaft eingezogen worden sei, konnte Grübel nicht bestätigen. Die Zeitung hatte über zwei Spiele des FC Gütersloh berichtet, die von den Ermittlern der Staatsanwaltschaft Bochum als verdächtig eingestuft werden. Auf die Partien gegen Westfalia Herne im Dezember 2007 und im Freundschaftsspiel gegen Arminia Bielefeld im August sollen hohe Geldbeträge gesetzt worden sein. Wie und auf was gewettet worden ist, wurde bislang nicht bekannt.

Aus Unterlagen der Fahnder gehe auch hervor, dass einige Hauptbeschuldigte über Mittelsmänner Kontakt über einen längeren Zeitraum zu Spielern des SC Verl und des FC Gütersloh gepflegt haben sollen. Einer dieser so genannten Hintermänner soll ein 34 Jahre alter Kaufmann aus Lippstadt sein, der mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt.

Hagedorn sieht sich zu Unrecht beschuldigt

Der vom SC Verl suspendierte Spieler Tim Hagedorn hat unterdessen nach Angaben seines Anwalts bei den Ermittlungsbehörden eine Beteiligung an Manipulationen bestritten. Sein Mandant sei in der Woche vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach II (4:3) vergangene Saison von einem Mitspieler angesprochen worden, "dass man das Spiel gegen Zahlung einer Geldsumme verlieren solle." Das erklärte Rechtsanwalt Andree Kruphölter der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch schriftlich. "Einen Kontakt zu einem Wettpaten gab es nicht", erklärte Kruphölter.

Wie der Anwalt betonte, habe Hagedorn vor Spielbeginn "dieses Begehren eindeutig abgelehnt und die Ablehnung während des Spiels nochmals wiederholt". Kruphölter wies darauf hin, dass sein Mandant die Vorarbeit zum entscheidenden 4:3 gegen Gladbach gegeben habe.Danach habe es keine weiteren Aufforderungen zur Manipulation bei der ebenfalls unter Verdacht stehenden Partie gegen den 1. FC Köln II gegeben. Neben Hagedorn war auch der Verler Kapitän Patrick Neumann von den Ostwestfalen suspendiert worden. Neumann hat inzwischen nach Angaben seines Anwalts zugegeben, 500 Euro für manipulierte Spiele angenommen zu haben. (sid/dpa)

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