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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft beim Training in Barsinghausen.

DHB-Team

Großstadt in der Kleinstadt

Wie die deutschen Handballer sich in Barsinghausen auf die Heim-WM vorbereiten.

Aus dem Foyer des Sporthotels Fuchsbachtal die Treppe hinab, dann noch einen kleinen Gang entlang – das war es schon. Der Weg der deutschen Handballer zur Übungseinheit in der Karl-Laue-Halle in Barsinghausen ist der angenehme Teil an diesem Lehrgangsmorgen knapp zwei Wochen vor Beginn der Heim-Weltmeisterschaft. „Wir haben ein paar kleine Belastungsspitzen drin“, sagt Bundestrainer Christian Prokop. Den beiden Nationaltorhütern Andreas Wolff und Silvio Heinevetter hat der 40-Jährige zuvor Hand- und Tennisbälle um die Ohren geknallt, als ginge es für ihn selbst noch um einen Platz im WM-Kader.

In einem Moment verbissen, im nächsten Augenblick aber auch breit lächelnd – Prokop ist nicht anzumerken, dass bereits am 10. Januar in der Berliner Arena am Ostbahnhof das Eröffnungsspiel gegen Korea (live im ZDF) angepfiffen wird. „Wir haben eine gute Mischung aus Lockerheit und Fokussierung, die Anspannung wird aber noch zunehmen“, erklärt der Cheftrainer.

Nun ist Prokop erleichtert darüber, dass ihm in Barsinghausen alle 18 Nominierten zur Verfügung stehen – einzig Linksaußen Matthias Musche vom SC Magdeburg ist durch einen geschwollenen Knöchel gehandicapt. Als Prokop gefragt wird, welche Hausaufgaben seine Spieler für die trainingsfreien Tage zum Jahreswechsel von ihm bekommen, antwortet er: „Um die Silvesterknaller sollen sich bitte die Frauen kümmern.“

Mit der Einstimmung auf die letzten Tests am 4. Januar in Hannover (16.15 Uhr) gegen Tschechien sowie am 6. Januar in Kiel (14 Uhr) gegen Argentinien beginnt die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ab Mittwoch in Hamburg. „Seit der Ankunft in Barsinghausen kribbelt es schon mehr“, stellt Rechtsaußen Tobias Reichmann von der MT Melsungen fest. Am Hoteleingang, den die Nationalspieler nach der Rückkehr aus der Karl-Laue-Halle passieren, ist ein Banner der deutschen Nationalmannschaft aufgestellt. Darauf steht: „Gemeinsam sind wir stark.“

Aus dem 18-köpfigen Aufgebot muss der Bundestrainer bis zum Turnierstart noch zwei Spieler streichen. „Das werden zwei bittere Entscheidungen“, bekennt Prokop. Bekanntgeben wird er diese nach den letzten Vorbereitungsspielen. Die verbleibenden 16 Akteure versammelt der 40-Jährige ab dem 8. Januar in der Bundeshauptstadt um sich. Dort findet die Vorrunde statt.

Berlin soll aber nur das erste große Etappenziel auf der WM-Reise sein. Nach weiteren Runden in Köln und Hamburg könnte es für das Team am letzten Januar-Wochenende in Dänemark um die Medaillen gehen.

Soweit ist es aber noch lange nicht. Zumindest war Berlin am Sonntag schon mal kurz in Blickweite. Als die Spieler Barsinghausen verlassen haben, um für zweieinhalb Tage zu ihren Familien zurückkehren, kommen sie in der niedersächsischen Kleinstadt an eine Ampelkreuzung. An der Ecke hat ein türkischer Imbiss seinen Platz. Der Name: Berlin.

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