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Flaggenparade bei der Abschlussfeier in London.

Olympia 2012 Abschlussfeier

Goodbye London! Welcome Rio!

Mit einer opulenten Abschlussfeier verabschieden sich die Olympischen Spiele. Bei der Party herrscht blanke Lebensfreude. Mau ist dagegen die ARD-Moderation.

Von Michael G. Meyer

Das war’s.  Nach über zwei Wochen aufregender Sportleistungen von über 10.000 Athleten, Debatten um das Privatleben einer Sportlerin, zumindest bei uns in Deutschland, einiger Pleiten, Pech und Pannen bei der Austragung mancher Wettkämpfe sind die Olympischen Spiele gestern Abend mit einer dreistündigen Abschlussfeier zu Ende gegangen.  Und die war (fast) perfekt. 

Kitschig-blauer Big Ben

Dabei zeigte sich einmal mehr:  Im Vergleich zu den kühl durchkalkulierten Spielen in Peking herrschte 2012 die blanke Lebensfreude. Und diese Stimmung übertrug sich auch bei der gestrigen Abschlussveranstaltung: Nachdem der Big Ben kitschig-blau-angestrahlt gongte, eröffnete die schottische Soulsängerin Emili Sandé die Show zum Abschluss der Spiele. Ein Epilog mit Gänsehaut-Gefühl.  

Jede Menge Musikstars

Eines muss man den Briten lassen: Feiern können sie. Wer war nicht alles zur Goodbye-Show in London eingeladen worden:  Die Queen ließ sich zwar entschuldigen, wie ARD-Kommentator Rolf-Seelmann Eggebert zu berichten wusste, (sie weilt wie immer im August auf Schloss Balmoral in Schottland, dafür kam Enkel Prinz Henry in die sogenannte „Royal Box“), aber es gab dafür Feines der britischen Mainstream-Popmusik:  Unter anderem die Pet Shop Boys, das Ensemble des Musicals „Stomp“,  Annie Lennox von den Eurythmics,  die – kurzzeitig wiedervereinten - Spice Girls und Beady Eye (Ex-„Oasis“)  – und selbst George Michael kam ins Londoner Olympiastadion  - und das obwohl man sich vorher Sorgen um seinen Gesundheitszustand machte. 

Michael gab dafür gleich zwei Songs zum Besten.  Er war ein Jahr nicht aufgetreten, nachdem er im letzten Jahr in einem Wiener Krankenhaus mit einer Lungenentzündung behandelt wurde.  Und es ging noch weiter mit Starauftritten:  Etwa Jessie J oder Fatboy Slim, die Liste der Stars ist noch nicht einmal vollständig.  Am Schluss trat auch noch die 90er-Boy-Band Take That auf.  Allerdings ohne Ex-Frontsänger Robbie Williams.  Ach ja, und The Who ließen sich einen Abschlussauftritt ebenso wenig entgehen, da war die Olympische Flamme bereits gelöscht.

Quälende Moderation in der ARD

Einziges Manko der gestrigen Show: Die Moderation der ARD war mehr als lau. Von begeisterter und begeisternder Stimmung war nicht viel zu spüren:  Tom Bartels, Franziska van Almsick und Royal-Experte Rolf Seelmann-Eggebert quälten sich über weite Strecken uninspiriert tantig-onkelhaft über die drei Stunden: „Wir waren in den sechzehn Tagen so beschäftigt, wir sind ja kaum zu etwas anderem gekommen“, wusste Bartels zu berichten. Aha.  Hätte man sich fast denken können. Ansonsten war die Show aber ein voller Erfolg – eine Abschlussfeier wie im Rausch.  Man spürte förmlich, wie viel Spaß die Musiker hatten, aber auch wie die Anspannung von den Athleten nach den Spielen abfiel. 

Na denn, Rio 2016 kann kommen. Acht Minuten lang durften brasilianische Samba-Tänzer gestern Abend schon mal den kommenden Austragungsort der Olympischen Spiele präsentieren.  Dort wird die Stimmung kaum schlechter sein.

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