Golf

Im Niemandsland

Golfprofi Martin Kaymer schiebt wieder Frust

Als die Stars der Szene im finalen Showdown der 119. US Open um den Triumph kämpften, war Martin Kaymer wieder nur Zuschauer. Tatenlos und voller Wehmut musste der deutsche Golfprofi mit ansehen, wie andere im Rampenlicht standen – und dort genau das machten, was eigentlich er wollte: jubeln, lachen, feiern.

Stattdessen erhielt der ehemalige Weltranglistenerste an der kalifornischen Pazifik-Küste von Pebble Beach die ernüchternde Bestätigung, dass ihm für dauerhaften Erfolg die Konstanz fehlt. Ein starker Auftakt, ein schwacher zweiter Tag, eine mäßige dritte Runde: Schon vor dem abschließenden Sonntag fand sich Kaymer beim dritten Major der Saison im verhassten Niemandsland des Tableaus wieder.

„Das ultimative Ziel ist es, das Turnier zu gewinnen. Deshalb sind wir hier. Und wenn man es schon einmal geschafft hat, ist die Überzeugung vorhanden, es erneut hinzubekommen“, hatte Kaymer, der die US Open 2014 gewonnen hatte, kurz vor dem Turnier im Blog der European Tour geschrieben: „Wenn dann auch noch der Platz zum eigenen Spiel passt, sind die Chancen sehr groß.“

Davon war der 34-Jährige nach dem vielversprechenden Start eigentlich ausgegangen, am Donnerstag schien ja auch alles zu passen. „Ich spiele solide und mache keine großen Fehler“, sagte er da noch. Das sollte sich jedoch schnell ändern.

Vor allem im Kurzspiel auf und neben den Grüns, also genau dort, wo meistens die Entscheidung über Siegen oder Scheitern fällt, attestierten die Statistiken dem Deutschen eklatante Schwächen. Justin Rose etwa, seines Zeichens Olympiasieger, US-Open-Champion (2013) und seit Jahren konstant in den vorderen Regionen der Weltrangliste, hat hier seine Stärken. Nicht umsonst war der Engländer am Sonntag einer von denen, die um den Sieg kämpften.

„Mich aktuell mit ihm zu vergleichen, ist pure Fantasie“, gab Kaymer ehrlich zu, wenngleich das der eigene Anspruch sein muss. Und ist: „Natürlich will und kann ich wieder nach vorne kommen. Das geht allerdings nur Schritt für Schritt und benötigt Zeit.“ Ein kostbares Gut, das Kaymer fehlt. Die prestigeträchtige British Open, das letzte Major des Jahres, findet nämlich schon in etwas mehr als vier Wochen statt. (sid)

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