Nordische Kombination

Aus der Goldspur gedrängt

Die deutschen Kombinierer haben seit 2015 kein großes Rennen verloren - das kann sich in Seefeld ändern.

Dem Goldrausch droht das jähe Ende, doch so schnell gibt Johannes Rydzek nicht auf. „Wer Weltmeister werden will, muss alle schlagen. Auch uns Deutsche“, sagt der bisherige Platzhirsch der Nordischen Kombination, der bei der WM in Seefeld um eine furiose Serie kämpft. Seit 2015 haben die „Dominierer“ von Bundestrainer Hermann Weinbuch kein großes Rennen mehr verloren, doch nun steht Rydzek, Fabian Rießle und Co. ein mächtiger Gegner im Weg.

„Jarl hat einen unglaublichen Schritt gemacht. Er ist zu einem kompletten Athleten gereift“, sagt Rydzek über jenen Mann, der bei der ersten WM-Entscheidung am Freitag (10.30 Springen/16.15 Langlauf/ARD und Eurosport) klarer Goldfavorit ist. Zehn Saisonsiege hat der Norweger Jarl Magnus Riiber (21) bereits auf dem Konto, alle Deutschen zusammen erst zwei. „Jarl ist momentan maßgebend, was das Niveau bei uns angeht“, sagte auch Eric Frenzel.

Riiber gefährlich werden kann noch am ehesten Rydzek. Der Rekordweltmeister weiß schließlich, wie es geht: Bei der WM 2017 und Olympia 2018 gingen die insgesamt sieben Goldmedaillen allesamt nach Deutschland, sechsmal war der Oberstdorfer beteiligt. „Ich muss mein Zeug machen. Wenn mir das gelingt, kann ich vorne mitkämpfen“, sagt Rydzek.

Frenzel dagegen, der in Seefeld stolze 13 Weltcupsiege gefeiert und einer Suite im Teamhotel „Zum Gourmet“ seinen Namen gegeben hat, sucht bislang vergeblich seine Form. Die Hoffnungen des Sachsen ruhen daher auf dem Wettkampf von „seiner“ Normalschanze in der kommenden Woche – der Auftakt vom großen Bakken steigt in Innsbruck. Den legendären Bergisel kennen die Kombinierer bislang nur aus dem Training, einen Wettkampf hat dort noch keiner erlebt.

Von einer Medaille träumen darf indes auch Fabian Rießle. Der 28-Jährige war vor einem Jahr in Pyeongchang hinter Rydzek und vor Frenzel Teil der „eiligen drei Könige“, die für einen historischen Dreifachsieg gesorgt hatten. „Ich hoffe, dass die Form passt und ich die entsprechende Lockerheit mit in die Wettkämpfe nehmen kann“, sagt Rießle. Immerhin: Im Innsbrucker Sprungtraining hinterließ der Team-Olympiasieger den besten Eindruck des DSV-Teams.

Und dann ist da noch Vinzenz Geiger. Der 21-Jährige sorgte Mitte Januar in Val di Fiemme für einen der zwei deutschen Saisonsiege, in Tirol geht er allerdings geschwächt von einer Erkältung in den Wettkampf. „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber auf einem guten Weg. Wie es im Laufen geht, kann ich noch nicht einschätzen“, sagte Geiger.

Eine Medaille sollte es sein

Zumindest für eine deutsche Medaille sollte es aber reichen: Nach der Staffel-Pleite bei der WM 2013 stand bei allen 16 großen Rennen (WM 2015 und 2017, Olympia 2014 und 2018) immer ein Deutscher auf dem Podest. Auch in diesem Winter haben Rydzek, Frenzel, Geiger und Rießle alle schon den Sprung aufs Stockerl geschafft. Das einzige Problem: Gewonnen hat am Ende fast immer Riiber. (sid)

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