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Kanada's Marc Kennedy platziert einen Stein im Finale gegen Norwegen.
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Kanada's Marc Kennedy platziert einen Stein im Finale gegen Norwegen.

Gold für Kanadas Curler: Skip Martin ist am Ziel

In der wichtigsten Partie seines Lebens musste Kevin Martin diesen verflixten letzten Stein gar nicht erst spielen. Keine Gefahr einer Zitterhand, keine Gefahr, mit der Goldmission wieder kurz vor dem Ziel zu scheitern.

Vancouver. In der wichtigsten Partie seines Lebens musste Kevin Martin diesen verflixten letzten Stein gar nicht erst spielen. Keine Gefahr einer Zitterhand, keine Gefahr, mit der Goldmission wieder kurz vor dem Ziel zu scheitern.

Acht Jahre nach der bitteren Finalniederlage von Salt Lake City hat Kanadas bester Curler sein Olympia-Trauma endlich bewältigt - und wie. Elf Spiele, elf Siege, am diesmal so coolen Kevin mit der Glatze scheiterte im Olympic Centre von Vancouver die gesamte Konkurrenz. Im Endspiel gegen Norwegen bestanden zu keiner Zeit Zweifel, dass der 43-Jährige aus Edmonton sein Team zu Gold führen würde. Das 6:3 verdeutlichte die Kräfteverhältnisse.

Ausgerechnet Norwegen. Bei Olympia 2002 versagten Martin im Finale beim letzten Stein gegen die Skandinavier die Nerven. Pal Trulsen, heute Coach von Norwegen-Skip Thomas Ulsrud, nutzte die Chance und schnappte Gold weg. Das Titel-Dilemma hatte Martin auch bei den Weltmeisterschaften 1991, 1997 und 2009 ereilt. Nur bei der WM 2008 behielt er die Nerven. Und jetzt gab's endlich Olympia-Gold, vor 5600 euphorischen Fans und einem Millionen-TV-Publikum in ganz Kanada. Curling-Gold kommt bei den "Ahornblättern" gleich nach dem Eishockey- Titel.

"Das ist ein Traum. Es bedurfte harter Arbeit und vieler Jahre, um es zu schaffen. Ich bin unglaublich glücklich", sagte Martin. Der Imagewandel vom Looser zum Nationalhelden ist ihm in 17 Olympia-Tagen - in denen die deutschen Curler bei Männern wie Frauen auf Platz sechs landeten - geglückt. Lässig lehnte er sich immer wieder auf seinen Schrubber und beobachtete, wie die Konkurrenz versuchte, seine Steine aus dem Haus zu schubsen. Immer hatte der gefürchtete Stratege die richtige Antwort parat.

Wie eng im Curling Glück und Unglück beieinander liegen, musste Martins Landsfrau Cheryl Bernard erleben. Zweimal hatte sie im Finale gegen Schweden die Chance, mit einem einzigen Stein Gold zu sichern. Zweimal verfehlte sie beim 6:7 nach Extra End das Ziel. Anette Norberg konnte ihr Glück über den zweiten Olympiasieg nach dem Erfolg in Turin kaum fassen.

"Es geht nicht darum, jedes Spiel zu gewinnen, sondern darum, sich die Chance zu erarbeiten, jedes Spiel gewinnen zu können", philosophierte Martin. "Curling ist eine Lebenseinstellung."

Gegen Norwegen ließ Martin bis zum sechsten End überhaupt keine Punkte für den Gegner zu - und punktete selbst dreimal. Dann kamen die in ihren bunten Clownshosen spielenden Norweger allerdings zu zwei Zählern. Doch schon im achten End schlug Martin, der für das Saville Sports Centre in Edmonton spielt, vor den Augen von IOC- Präsident Jacques Rogge mit zwei Punkten zurück. Nach dem letzten Take Out von Martin gab Ulsrud auf und der Jubel im mit 5600 Zuschauern ausverkauften Olympic Centre kannte keine Grenzen mehr. (dpa)

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