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Glock kämpft in der Toyota-Heimat um Job

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Timo Glock und Sebastian Vettel (l) gehen in Barcelona gemeinsam durch die Boxengasse.
Timo Glock und Sebastian Vettel (l) gehen in Barcelona gemeinsam durch die Boxengasse. © Foto: dpa

In der Heimat seines Noch-Arbeitgebers kämpft Rennfahrer Timo Glock nach der vorerst geplatzten Vertragsverlängerung bei Toyota um seinen Platz in der Formel 1.

Tokio. Von Jobangst keine Spur: In der Heimat seines Noch-Arbeitgebers kämpft Rennfahrer Timo Glock nach der vorerst geplatzten Vertragsverlängerung bei Toyota um seinen Platz in der Formel 1.

Unbekümmert und voller Elan trat der Wersauer in Tokio bei einem PR-Termin im weißen Renn-Overall seines Teams auf, das ihm angeblich erst drei Tage zuvor unmittelbar vor dem Nacht-Grand-Prix in Singapur die vorläufige Entscheidung gegen einen neuen Kontrakt mitgeteilt hatte. "Ich freue mich auf das Heimrennen von Toyota", betonte der 27-Jährige mit Blick auf den Großen Preis von Japan in Suzuka.

Mit weiteren Erfolgen auf der Strecke will der Odenwälder Toyota bei der Wahl der Fahrer für 2010 unter Druck setzen und zugleich Werbung für die laufenden Gespräche mit anderen Rennställen betreiben. Schon mit Platz zwei in Singapur hatte Glock das erhoffte Ausrufezeichen gesetzt. Eine Woche später soll das nächste folgen. "Den Japan-Grand-Prix zu gewinnen, wäre ein Traum. Ich weiß nicht, ob es dieses Jahr möglich sein wird. Mein Ziel ist daher, zumindest um einen Podiumsplatz zu kämpfen", erklärte Glock, der vorher noch ein weiteres Gespräch mit Toyota-Verantwortlichen führen will.

Zu dem Medientermin in Tokio war der Hesse ohne Teamkollege Jarno Trulli erschienen. Der Italiener ist erkrankt, soll aber zum Japan- Rennen wieder fit werden. Glock ließ sich die Enttäuschung über die Toyota-Absage zumindest bei seinen routinierten Antworten auf der Bühne nicht anmerken. Im Fahrerlager löste die Handlungsweise des japanischen Autobauers indes Unmut aus. "Eine Riesensauerei", schimpfte Landsmann Sebastian Vettel (Heppenheim) via "Sport Bild online", weil das Team Glock ausgerechnet am Vorabend des Singapur- Grand-Prix informiert haben soll.

Cool gab sich zuletzt dagegen Glocks Manager Hans-Bernd Kamps. "Wir haben schon schwierigere Dinge erlebt. Allein erstmal in die Formel 1 zu kommen hatte uns ja kaum einer zugetraut", sagte Kamps der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mehrere Teams hätten schon vor Bekanntwerden der Toyota-Entscheidung ihr Interesse am Deutschen bekundet. "Timo ist schnell, er ist immer schnell gewesen. Wer Daten lesen kann, weiß, dass er in die Formel 1 gehört", warb Kamps für seinen Klienten.

Weder Toyota, dessen Vorstand wohl erst Mitte November endgültig über die Zukunft des in Köln-Marsdorf beheimateten Formel-1- Rennstalls befinden wird, noch Glock haben trotz der jüngsten Entwicklungen eine weitere Zusammenarbeit ausgeschlossen. Vorerst aber ist vereinbart, dass beide Seiten andere Optionen prüfen dürfen. "Wir können Entscheidungen treffen, aber wir werden nicht übereilt handeln", sagte Kamps. (dpa)

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