Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fototermin für die Saison 2016/17. Mamadou Doucoure, Christoph Kramer, Jannik Vestergaard, Tobias Strobl und Laszlo Benes sitzen auf der Bank.
+
Fototermin für die Saison 2016/17. Mamadou Doucoure, Christoph Kramer, Jannik Vestergaard, Tobias Strobl und Laszlo Benes sitzen auf der Bank.

Borussia Mönchengladbach

Gladbach bereit für die Champions League

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
    schließen

Im ersten Pflichtspiel der Saison geht es für Gladbach gleich um die Champions-League-Millionen. Sportdirektor Eberl hat auch den DFB-Pokal und den Bundesliga-Start im Blick.

Mit dem Spiel des Jahres braucht Max Eberl niemand zu kommen. Weder die Bundesliga noch der DFB-Pokal haben begonnen, daher kann es aus Sicht des Sportdirektors noch nicht um alles gehen. Auch wenn für Borussia Mönchengladbach heute im Playoff-Hinspiel zur Champions League bei Young Boys Bern (20.45 Uhr/ZDF) viel auf dem Spiel steht. Ungeachtet der Favoritenrolle gegen den Schweizer Vizemeister muss der Druck nicht erhöht werden. „Die Europa-League-Gruppenphase sicher zu haben, ist auch schon fantastisch.“ Das Spiel an geschichtsträchtiger Stätte – einst stand dort das berühmte Wankdorf-Stadion – werde kein Selbstläufer, betont Eberl: „Bern ist eine gute Mannschaft, die Schachtjor Donezk ausgeschaltet hat. Wenn wir allerdings unsere Leistung bringen, haben wir eine große Chance.“

Der ungewohnte Kunstrasen, der im Stade de Suisse mittlerweile ausliegt, soll keine Ausrede sein. Drei Einheiten sind auf dem Belag absolviert – genug, um nicht auszurutschen? „Auf Kunstrasen springt der Ball ein bisschen anders, aber das ist kein Problem“, sagt Cheftrainer André Schubert. Die erneute Qualifikation für die Königsklasse wäre nicht nur wirtschaftlich mindestens 20 Millionen Euro Garantieeinnahme wert, sondern der beste Beleg für die rasante sportliche Entwicklung zu einem seriösen Klub der Bundesliga. Im Hin- und Rückspiel (24. August) geht es um eine reiche Belohnung für die furiose Aufholjagd der Vorsaison. „Nach fünf Auftaktniederlangen hat das noch nie ein Team geschafft“, stellt Eberl heraus, über den sogar der FC Bayern mal nachgedacht haben soll. Aber die Mission in Mönchengladbach ist für den 42-Jährigen längst nicht beendet. Die Fohlenelf ordnet er in der Tabelle mittlerweile hinter den ersten Fünf ein – aber nicht unter die ersten Sechs. „Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied. Bayern, Dortmund und Leverkusen, auch Schalke und Wolfsburg sind wirtschaftlich besser aufgestellt.“

Der listige Strippenzieher verweist gerne auf die jüngere Historie mit dem Fast-Abstieg 2011, um das Erreichte angemessen einzuordnen: „Wir sind kein One-Hit-Wonder mehr, sondern haben uns etwas Stabiles erschaffen.“ Jedes Jahr gebe es jetzt für die Borussia nun die Chance, um in Europa zu spielen – „aber das ist kein Automatismus.“ Der aktuelle Kader wirkt bestens austariert und bietet viele Variationsmöglichkeiten. Angefangen von der Dreierkette, die Schubert derzeit bevorzugt. Christoph Kramer könnte im Mittelfeld sofort eine Führungsfigur geben wie Jannik Vestergard in der Abwehrzentrale. Und die prächtige Entwicklung junger Spieler hat sich längst herumgesprochen.

Der Schweizer Nico Elvedi oder der Däne Andreas Christensen sind nur die nächsten Beispiele. Und bei Mo Dahoud könnte bald auch Joachim Löw auf die Idee kommen, den Deutsch-Syrer für das A-Team zu testen. Hätte es nicht die Champions-League-Playoffs gegeben, wäre der 20-jährige Dampfmacher ohnehin in olympischer Mission in Brasilien unterwegs. Nur eine Garantie, dass dieses Konzept auch in Zukunft greift, gibt es nicht. Erst recht RB Leipzig könnte schon mittelfristig zum Rivalen aufsteigen, zumal das Red-Bull-Projekt auch darauf abzielt, entwicklungsfähige Talente zu locken.

Eberl traut den Sachsen auf Anhieb zu, so überraschend in den Europapokal einzuziehen, wie das in den vergangenen Jahren mal Frankfurt, Freiburg und Augsburg oder zuletzt Mainz gelang, „weil sie enormes Potenzial und einen guten Plan besitzen“. Leipzig sei „ein großer Konkurrent mehr auf dem Markt, das steht mal fest“. Und doch regt er sich über etwas ganz anderes auf. Etwa die Finanzspritzen, die der Hamburger SV in den Markt pumpt. „Aber mit welchem Geld eigentlich?“, fragt Eberl. „Nicht mit den Mitteln, die der Klub erwirtschaftet hat, sondern mit einem großen Mäzen im Hintergrund, der wieder einmal unfassbar viel Geld zur Verfügung stellt. Auf welcher finanziellen Basis wird denn dort gearbeitet?“, fragt Eberl. Eine rhetorische Frage. „Dieses Konstrukt ärgert mich, denn es gefährdet das Gleichgewicht des Wettbewerbs. Wer sich über Leipzig aufregt, muss sich darüber genauso aufregen. Es gibt andere Beispiele in der Liga, wie man selbst wieder auf die Beine kommt und kommen muss.“ Sein Klub ist so eines.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare