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Giovanni, wir fahr´n nach Lodz

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Maren Brinker (Mitte) schmettert gegen den Doppelblock der Italienerinnen Simona Gioli und Eleonora Lo Bianco.
Maren Brinker (Mitte) schmettert gegen den Doppelblock der Italienerinnen Simona Gioli und Eleonora Lo Bianco. © dpa

Die deutschen Volleyballerinnen und ihr italienischer Trainer greifen bei der EM in Polen nach Edelmetall.

Als die deutschen Volleyballerinnen ihr Happy-End im EM-Thriller mit einem ausgelassenen Jubeltanz feierten, war das Traumziel ausgemachte Sache. "Ich war noch nie in Lodz, aber ich will da mal hin. Wir haben diese Idee im Kopf, dass jetzt alles möglich ist", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti und nahm nach dem 3:2-Krimi (25:23, 23:25, 18:25, 25:21, 15:9) am Sonntagabend im letzten EM-Vorrundenspiel gegen die Türkei den Ort der Finalrunde fest ins Visier.

Doch vor allen Medaillenträumen ging es für die Frauen des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) am Montag erst einmal nach Kattowitz: Dort starten Guidettis Spielerinnen am Dienstag gegen Tschechien in die Zwischenrunde, am Mittwoch steht mit dem bislang ohne Satzverlust auftrumpfenden EM-Zweiten Serbien die wohl entscheidende Hürde auf dem Weg ins Halbfinale in Lodz an. "Ich bin sehr stolz auf mein Team", sagte der nach dem Wechselbad der Gefühle sichtlich mitgenommene Bundestrainer.

Vor allem nach dem verlorenen dritten Satz hätte wohl kaum noch jemand in Breslau einen Cent auf das junge deutsche Team gesetzt. Doch einmal mehr bewiesen die DVV-Frauen um Spielführerin Christiane Fürst ihre tolle Moral, kamen zurück und schmetterten sich am Ende wie berauscht zu dem für die Zwischenrunde so eminent wichtigen Sieg.

Nie aufgegeben

"Wir haben in den kritischen Momenten nie aufgegeben. Die mentale Stärke und der Kampfeswillen meiner Spielerinnen sind unglaublich", staunte Guidetti. Das umso mehr, als die jahrelang überragende Kapitänin und Außenangreiferin Angelina Grün derzeit eine Pause einlegt, nachdem sie die geplante Traumhochzeit mit dem Ex-Kapitän der Männer-Nationalmannschaft, Stefan Hübner, abgesagt hatte.

Auf der Zielgeraden einer Kräfte zehrenden Saison war der Italiner Guidetti von den vorhandenen Kraftreserven seiner von Weltklasse-Mittelblockerin Christiane Fürst angeführten Auswahl beeindruckt. "Ich war überrascht, dass meine Mädchen noch genug Benzin haben." Damit dass auch so bleibt, stand nach dem mehr als zweistündigen Kraftakt gegen die Türkinnen am Montag Erholung auf dem Programm. Nach dem Umzug nach Kattowitz war nur ein kurzes Training geplant.

Tschechien, Serbien und Aserbaidschan - die Hürden auf dem Weg nach Lodz sind hoch. "Allein Italien gewinnt alle Spiele, dahinter ist alles offen", prophezeite Guidetti. "Wir wollen jetzt unser großes Ziel erreichen: die Finalrunde", sagte Kerstin Tzscherlich, eine der besten Libera der Welt mit der Erfahrung von mehr als 300 Länderspielen. (dpa/fr)

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