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Der Hamburger Piotr Trochowski (r) und der Münchner Bastian Schweinsteiger im Kopfballduell.
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Der Hamburger Piotr Trochowski (r) und der Münchner Bastian Schweinsteiger im Kopfballduell.

Hamburger-München 1:0

HSV gibt Gas

Der Hamburger SV hat zumindest für ein paar Stunden die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Von Jan Christian Müller

Von Jan Christian Müller

Der Hamburger SV hat zumindest für ein paar Stunden die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Die hochmotivierten Norddeutschen erkämpften sich einen nicht ganz unverdienten, wenn auch glücklichen 1:0 (1:0)-Heimsieg über Bayern München.

Der Titelfavorit konnte somit in den letzten acht Spielen lediglich ein einziges Mal gegen den HSV gewinnen. So sehen Angstgegner aus. In 170 Ländern sahen Menschen dem Rückrundenauftaktspiel zu, in dem beide Teams überdurchschnittliches Bundesliganiveau präsentierten.

Weil in der benachbarten Arena ein Konzert von Pop-Diva Tina Turner stattfand, hatte vor dem Spiel auf den Zufahrtsstraßen zum Stadion ein heilloses Verkehrschaos geherrscht. Es ging nur langsam voran, umso schneller ging es mit siebenminütiger Verspätung dann auf dem Fußballplatz nach vorn.

Lotto King Karl, der Hamburger Kultsänger, hatte auf seiner elf Meter hohen Hebebühne den Takt lautstark in seinem Kultsong "Hamburg, meine Perle" vorgegeben: "Wenn du aus München kommst, gibt's für dich hier nichts zu holen, wenn du aus München kommst, bleib’ am besten gleich zu Haus. Wenn du aus München kommst, zieh’n wir dir die Lederhosen aus."

Genauso gingen die völlig aufgedrehten Hamburger die seit Tagen in den hanseatischen Medien seitenfüllend hochgejazzte Eröffnungspartie der Rückrunde dann auch an. Wie Duracell-Männchen schienen sie die Bayern mit einer 4-1-4-1-Taktik in den Boden rennen zu wollen.

Weil Starstürmer Ivica Olic bibbernd auf der Tribüne hockte, hatte sich Trainer Martin Jol eine ungewöhnliche Taktik ausgedacht und neben dem Ex-Bayern Paulo Guerrero überraschend auch den pfeilschnellen ehemaligen Freiburger Jonathan Pitroipa aufgeboten.

Aber die routinierten Bayern hatten sich bald nach Piotr Trochowskis Linksschuss an den Pfosten von der Anfangsoffensive erholt und nahmen dann ihrerseits Fahrt auf.

Nach einer halben Stunden erkannte der Schiedsrichter Knut Kircher ihnen jedoch den Führungstreffer nicht an. Kircher hatte vor Luca Tonis Tor ein Foul des insgesamt schwachen Italieners an HSV-Verteidiger Bastian Reinhardt gesehen.

Tatsächlich schien es im Stadion zunächst so, als hätte Kircher recht, doch die Zeitlupe offenbarte, dass auch Reinhardt an Toni herumgerissen hatte, so dass der Treffer durchaus hätte gelten können.

Keinen Zweifel gab es dann am 1:0 des HSV kurz vor der Pause. Aber der Münchner Torwart Michael Rensing hätte es verhindern können, ja müssen. Einen Schuss des nimmermüden David Jarolim wehrte der Keeper statt zur Seite nach vorne ab und geradeaus in Richtung des blitzschnell reagierenden HSV-Stürmers Mladen Petric, der geschickt einköpfte.

Die Hochstimmung wäre keine Minute nach dem Wechsel übergekocht, wenn Petric nach Vorlage des laufstarken Guerreo statt an den Pfosten ins Tor getroffen hätte. Im Gegenzug glaubte Klose seine Kopfball bei der Rettungsaktion von HSV-Torwart Frank Rost im vollen Durchmesser über der Linie, doch der insgesamt souveräne Kircher erkannte den vermeintlichen Treffer nicht an. Die TV-Bilder gaben keinen klaren Aufschluss.

Den Gastgebern, bei denen P Trochowski auffälliger agierte als der schwache Nationalmannschaftskollege Bastian Schweinsteiger auf der anderen Seite, gelang es nur bis zur Halbzeit, mit vereinten Kräften den Münchner Starspieler Franck Ribéry weitgehend zu isolieren.

Die selbstbewussten Bayern wurden danach, angetrieben vom Franzosen, immer besser. Nachdem auch noch Reinhardt verletzt passen musste, wurde der Druck immer größer, derweil die verbissen verteidigenden Hamburger ihre durchaus vorhandenen Konterchancen nicht cool genug ausspielten.

Aber auch die Bayern durften sich ärgern, vor allem Luca Toni, der nach perfekter Klose-Kopfballvorlage aus drei Metern unbedrängt vorbeiköpfte (70.).

Schließlich brachte Jürgen Klinsmann nach Hamit Altintop und Tim Borowski noch den US-amerikanischen Leihspieler Landon Donovan, der zuletzt in Testspielen in Kaiserslautern und Mainz einen starken Joker gegeben hatte. Doch am Ende fehlte den Bayern auch das Glück, als Jerome Boateng Kloses Schuss acht Minuten vor Schluss von der Linie kratzte.

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