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Gezwitscher

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Reinhard Sogl ist Redakteur in der Sportredaktion der FR.
Reinhard Sogl ist Redakteur in der Sportredaktion der FR. © FR

Twitter macht Sport-Promis glücklich: Spätestens seit Lance Armstrong seine Gedanken über Gott und die Radsportwelt via Internet verbreitet, beglücken auch viele andere geschwätzige Profis die globale Community. Von Reinhard Sogl

Von Reinhard Sogl

Es gibt eine neue Disziplin im Sport: Twittern. Spätestens seit Lance Armstrong seine Gedanken über Gott und die Radsportwelt via Internet verbreitet, beglücken auch viele andere geschwätzige Profis die globale Community mit ihren Statements. Serena Williams zum Beispiel hat unlängst in Wimbledon fast keine Gelegenheit ausgelassen, der Gemeinde ihre momentane Befindlichkeit mitzuteilen. Was nicht auf die Gefühlslage reduziert sein muss, sondern auch geografisch gemeint sein kann. "Ich bin gerade in der Umkleidekabine", ließ sie am 4. Juli um 15.42 Uhr die Welt wissen. Minuten zuvor hatte sie das Frauenfinale gegen ihre Schwester Venus gewonnen, der sie kurz vor fünf dann mitteilte: "Venus, ich liebe dich." Man stelle sich vor, sie hätte der Schwester das Geständnis unter vier Augen gemacht: Kein anderer Mensch wüsste von Serenas starker Zuneigung.

Zwitschern gehört inzwischen zum guten Ton. Oder auch nicht, es kommt auch auf die Wortwahl an. Der englische Fußball-Nationalstürmer Darren Bent vergriff sich zumindest im Ton, als er jetzt seinen Unmut über die schleppenden Transferverhandlungen seines Arbeitgebers Tottenham Hotspurs twitterte. "Stop fucking around", frei übersetzt: "Hör´ auf mit der Scheiße", forderte er Spurs-Boss Daniel Levy auf, der den Wunsch des 2007 gekommenen 25-Millionen-Euro-Einkaufs nach einem schnellen Wechsel zu Sunderland noch nicht umgesetzt hat. Moderne Zeiten. Früher hat ein Profi seinen Abgang per Boulevardblatt provoziert, die Gossensprache aber dann eher nicht gedruckt wiedergefunden. Twitter ist direkter. Oder, wie Darren Haines vom irischen Buchmacher Paddy Power sagt: "Fußballer haben nicht den Ruf, besonders intelligent zu sein, deshalb ist Twitter vielleicht die passende Form."

Paddy Power hat sofort darauf reagiert, dass die Spurs dem Eintrag nachgehen wollen. Das Zockerunternehmen hat eine Wette eingerichtet, welcher Premier-League-Klub als erster seinen Profis die Nutzung des sozialen Netzwerks verbietet. Mit einer Quote von 4:1 liegen die Heißsporne vorn, was beweist, dass mit "Scheiße" Geld zu verdienen ist. Aber vielleicht hat Bent ja auch nur einen zu viel gezwitschert.

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