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Zur Vorbereitung auf einen Tauchurlaub gehört eine gewissenhafte Ausbildung im Schwimmbad - aber auch ein sorgfältiger medizinischer Check.

Gesundheitsrisiken beim Tauchen

80 Prozent der gesundheitlichen Probleme liegen im HNO-Bereich

Heidelberg (ap). Wer in Freizeit oder im Urlaub tauchen will, sollte sich vorher unbedingt untersuchen lassen. Am besten eignen sich dafür Mediziner, die eine Zusatzqualifikation als Taucherarzt erworben haben, wie Oberarzt Christoph Klingmann von der Tauchersprechstunde der Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg betont.

Zwar ist Tauchen laut Klingmann eine sichere Sportart mit deutlich weniger Unfällen als etwa bei Fußball, Tennis oder Schwimmen. Dennoch haben immer mehr Taucher gesundheitliche Probleme.

Zu rund 80 Prozent liegen die Beschwerden Klingmann zufolge im HNO-Bereich. Meist wird entweder das Mittelohr nicht mehr ausreichend belüftet, oder aber es kann die starken Druckunterschiede nicht mehr bewältigen.

Durch den erhöhten Druck unter Wasser nimmt beim Tauchen das Gasvolumen im Mittelohr und den Nasennebenhöhlen ab. Dieser Druckunterschied muss vor allem während der ersten Meter unter Wasser durch Einströmen von Luft ausgeglichen werden, wozu jedoch ein funktionierendes Belüftungssystem erforderlich ist.

Das zweite Problem ist die Dekompressionskrankheit: Der in der Atemluft enthaltene Stickstoff wird ebenso wie auch Sauerstoff im Blut und Gewebe gelöst. Je tiefer man taucht, desto mehr Stickstoff wird freigesetzt. Diesen Stickstoff muss der Taucher beim Auftauchen wieder abatmen.

Taucht man dabei zu schnell auf, perlt der Stickstoff ähnlich der Kohlensäure beim Öffnen einer Mineralwasserflasche. Die entstehenden Bläschen können Blutgefäße oder Gewebeteile verstopfen. Bei diesen unter Umständen lebensgefährlichen Symptomen müssen Patienten in einer Sauerstoff-Überdruckkammer behandelt werden.

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