Ernährungsforschung

Gesunde Vitamine essen

Jeder fünfte Deutsche fühlt sich unterversorgt und nimmt deswegen Vitaminpillen und -pulver, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Die meisten

Jeder fünfte Deutsche fühlt sich unterversorgt und nimmt deswegen Vitaminpillen und -pulver, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Die meisten Produkte sind nicht nur wirkungslos. "Unumstritten ist nur wenig", sagt Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam. Dazu zählten Folat-Präparate bei jungen Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren in den ersten zwei Monaten, um beim Ungeborenen einen so genannten offenen Rücken zu vermeiden.

Jugendliche, die Stubenhocker sind, könnten gerade im Winter Vitamin D bekommen, das der Körper nur dann bilden kann, wenn er der Sonne ausgesetzt wird; das gleiche gelte für alte Menschen, die kaum noch vor die Tür gingen. Vitamin D ist wichtig für das Knochenwachstum und kann im Alter Osteoporose vorbeugen. Jodiertes Speisesalz beuge Schildrüsenerkrankungen vor und hochbetagte Bettlägerige sollten nach Empfehlung des DIfE Mineralstoffe erhalten, weil sie in der Regel zu wenig essen.

Allen anderen Menschen reiche eine normale, ausgewogene Ernährung, sagt Olias. Allerdings sollte die möglichst frisch sein. So wie ein Kopfsalat nach ein paar Tagen nur noch welk und traurig aussieht, verliert er auch innerlich an Gehalt. Vitamine sind ein fragiles Konstrukt. Generell kann man sagen, dass nach einer gewissen Zeit der Gehalt an Vitaminen immer mehr zurückgeht. Übrig bleiben die stabileren Mineralstoffe und Spurenelemente. Schon ein Tag Aufbewahrung von Grüngemüse kann den Vitamingehalt um bis zu 40 Prozent reduzieren, während Vitamin C in Orangen oder Zitronen länger haltbar bleibt.

Deshalb ist erntefrisch Tiefgefrorenes vitaminhaltiger als tagelang gelagertes Gemüse, sagt Klaus Pietrzik, Präsident der Gesellschaft für angewandte Vitaminforschung und Professor am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Bonn.

Aber selbst im erntefrischen Zustand können Vitamine verloren gehen, denn es kommt auf die Zubereitung der zugrunde liegenden Produkte an. In jedem Fall empfiehlt sich kurzes, schonendes Garen und Dämpfen, denn beim Kochen sinkt der Gehalt fast aller Vitamine deutlich. Das in Tomaten enthaltene Lycopin etwa wird dabei ganz zerstört.

Auch die übrige Lebensweise kann dazu führen, dass der Körper Mangel leidet. Erhöhter Zigaretten- oder Alkoholkonsum steigert den Vitaminbedarf ebenso wie Leistungssport. Veganer - das sind Vegetarier, die auch Milch und Eier meiden - und Schwangere brauchen mehr als der Durchschnittsernährer. Ein deutliches Symptom für Vitaminmangel sind außer chronischer Müdigkeit und Erschöpfung auch eingerissene Mundwinkel oder sehr trockene, juckende Haut. R.L.

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