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Robert Eifler (rechts) vom Sportmedizinischen Institut in Frankfurt testet  zahlreiche Sportler auf ihre Fitness. Hier lässt er Radprofi Christian  Werner schwitzen.
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Robert Eifler (rechts) vom Sportmedizinischen Institut in Frankfurt testet zahlreiche Sportler auf ihre Fitness. Hier lässt er Radprofi Christian Werner schwitzen.

Gesundbrunnen in der Oase des Sport

Im Sportmedizinischen Institut Frankfurt werden Kaderathleten und Hobbysportler gleichermaßen behandelt / Leistungsdiagnostik ein wichtiger Schwerpunkt

Von Andreas Fuhrmann

Frankfurt A. M. Ruhig liegt das Waldstadion in der matten Herbstsonne. Nur die alltägliche Geräuschkulisse der Bauarbeiten weht über die Tribünen. Ein Kran dreht unentwegt seine Kreise und überblickt das Frankfurter Sportfeld. Es ist ein ganz gewöhnlicher Montagmorgen. Kein Spiel der Eintracht stört die Szenerie, nur eine Gruppe Jogger bringt das erste Herbstlaub zum Rascheln. Die scheint es heutzutage überall zu geben, doch hier passen die Läufer irgendwie ganz besonders gut ins Bild. Schließlich haben fast alle großen Sportorganisationen hier, an der Frankfurter Otto-Fleck-Scheise ihren Sitz. Der Deutsche Fußball-Bund ist genauso vertreten wie der Landessportbund Hessen (LSB) und der Olympiastützpunkt Frankfurt-Rhein-Main. Und mitten in dieser Oase des Sports liegt auch das Sportmedizinische Institut Frankfurt am Main (SMI).

"Unser Institut befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Verbänden des hessischen und deutschen Spitzensports", sagt SMI-Verwaltungsleiterin Jacqueline Kühnemann. Somit seien perfekte örtliche Rahmenbedingungen geschaffen. Das stimmt zweifelsohne, die Sportler können von ihrem jeweiligen Trainingszentrum so leicht und locker zum SMI gelangen, dass sie sich vorher nicht einmal warm machen müssen, um etwaigen Verletzungen vorzubeugen. Das ist wichtig, liegt doch eine Aufgabe des SMI darin, Vorsorgeuntersuchungen mit Athleten der Bundes- und Landeskader durchzuführen und diese sportärztlich sowie leistungsphysiologisch zu betreuen. "Die Betreuung reicht dabei soweit, dass die Athleten von unseren Ärzten und Physiotherapeuten zu Trainingslagern und Wettkämpfen begleitet werden", sagt Kühnemann.

Finanziert wird diese für die Kaderathleten unentgeltliche Dienstleistung des zwanzig Mitarbeiter zählenden Instituts zu siebzig Prozent vom Land Hessen, den Rest der Kosten deckt die orthopädische Praxis des SMI. "Hier werden wie in einer ganz normalen Arztpraxis Sportverletzungen diagnostiziert und therapiert", sagt Kühnemann, zudem seien auch Operationsmöglichkeiten gegeben.

Äußerlich, einquartiert im Gebäudekomplex des Deutschen Turner-Bundes (DTB), lässt nicht viel darauf schließen, dass sich hier die sportmedizinische Hauptberatungsstelle in Hessen befindet. Im Innern des zweistöckigen Gebäudes wird der Besucher dann aber schnell eines Besseren belehrt. Im Erdgeschoss befinden sich, nebst der Rezeption, die Orthopädie und die Physiologie, eine Etage höher die Abteilung Innere Medizin und Leistungsdiagnostik. "Alle Abteilungen greifen ineinander und arbeiten miteinander, um die Sportler und die sportmedizinische Forschung gleichermaßen voranzubringen", sagt Kühnemann. So würden die Vorsorgeuntersuchungen sowohl aus internistischer als auch aus orthopädischer Sicht durchgeführt, beispielsweise die Lungenfunktion getestet und die Wirbelsäule auf Schäden untersucht.

Im Spektrum der untersuchten Athletinnen und Athleten liegen die Schwerpunkte in den Bereichen Leichathletik, Kunstturnen, Radsport, Rhythmische Sportgymnastik, Rudern, Schwimmen, Tischtennis und Trampolinturnen. Des Weiteren koordiniert das SMI die Aktivitäten der rund zwanzig regionalen sportärztlichen Untersuchungsstellen und ist somit mitverantwortlich für die flächendeckende Untersuchung von Sportlern, insbesondere der hessischen Nachwuchssportler. Diese melden sich gleich gruppenweise an, meist von den jeweiligen Trainern organisiert, und unterziehen sich einer leistungsdiagnostischen Untersuchung direkt vor Ort im Institut. "Die Vereine sind durch den LSB und die einzelnen Fachverbände über unsere Tätigkeit informiert", sagt Kühnemann, Werbung würde das Institut nämlich nicht schalten. Dennoch kommen auch Eltern mit ihren Kindern ins Institut, "meist durch dritte informiert", um sich über den Gesundheitszustand und die sportliche Verfassung ihrer Sprösslinge ein Bild machen zu können.

"Das Schema der Untersuchungen ist dabei, egal ob Achtjähriger oder Seniorensportler, immer ähnlich", sagt Robert Eifler, Leitender Arzt der Abteilung Innere Medizin / Leistungsdiagnostik. Angefangen mit einer ärztlichen Untersuchung von Herz, Lunge, Bändern und Gelenken werden je nach Wunsch und Umfang der Behandlung Blutuntersuchungen vorgenommen, die Lungenfunktion getestet und eine Körperfettanalyse durchgeführt. Anhand eines Belastungs-EKGs, beispielsweise am Fahrrad-Ergometer, werden dann etwaige gesundheitliche Risiken ermittelt oder Lactattests durchgeführt, um bestimmte Trainingsbereiche empfehlen zu können. "Im abschließenden Gespräch legen wir dem Patienten dann einen Abschlussbericht, den so genannten Kurzbefund, vor und stehen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite", so Eifler. Die meist eineinhalbstündige Untersuchung sei dabei besonders für Kinder mit 20 Euro sehr kostengünstig, sagt Eifler, "weil wir als Beratungsstelle eine große öffentliche und soziale Verpflichtung haben".

Sollte indes beispielsweise der ein oder andere Laufbegeisterte Interesse haben, seinen derzeitigen Leistungsstand zu erfahren, ist er mit rund 100 Euro dabei. Eine Investition, die sich auch im Hinblick auf den anstehenden Frankfurt Marathon allerdings durchaus auszahlen könnte.

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