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Gesünder sterben

Wider Fitness-Wahn und Diät-Diktat / Eine Polemik

Von M. MÜLLER-BIALON (FRANKFURT)

Einer der größten Irrtümer der Fitness-Bewegung ist die Annahme, Sport sei nur wirkungsvoll, wenn er richtig anstrengt. Wer so Sport treibt, erzielt tatsächlich eine Wirkung: Im günstigsten Fall kriegt er Muskelkater, oft Zerrungen oder Gelenkprobleme.

Leistungsdenken und gesunder Sport passen einfach nicht zusammen. Es ist lange bekannt, dass Menschen nur dauerhaft Sport treiben, wenn sie Spaß daran haben. Wer sich ständig zum Laufen, Schwimmen oder Radfahren zwingen muss, sollte es lieber sein lassen. Ein schlechtes Gewissen muss darum niemand haben. Denn Sport ist keine zwingende Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden.

Überhaupt kommt der ganze Fitness-Wahn in Wahrheit nicht der Volksgesundheit zugute, sondern vor allem Orthopäden und der Sportartikel-Industrie. Da gibt es spezielle Schuhe fürs Power-Walken, tolle Bodys für Aerobic und und und.

Was aber ist gesund? Sich bei Aerobic die Lunge aus dem Hals zu hecheln? Einen Marathon auf Asphalt unter vier Stunden zu laufen und sich dabei die Knochen zu ruinieren? Sicher nicht. Eher hat es damit zu tun, dass viele Fitness mit Leistungssport verwechseln. Die aber erleben, wie der frühere Turnerbund-Präsident Jürgen Dieckert formulierte, nur "das Frustrationserlebnis der eigenen Stümperhaftigkeit".

So geht es auch den bemitleidenswerten Menschen, die sich dem Diktat einer Diät unterordnen. Meist handeln sie ohne Not - nur weil sie dem Schönheitsideal der schlankheitsversessenen Gesellschaft nicht ganz entsprechen. Sie fasten - und wissen doch, dass sie die Pfunde bald wieder drauf haben. Es hilft nichts: Wer zum Moppelchen neigt, wird auf Dauer kein Hungerhaken. Die Gene lassen sich eben nicht so leicht überlisten. Joschka Fischer ist dafür das beste Beispiel. Mal ehrlich: Der sah doch als Marathonläufer nicht gesund aus!

Abnehmen sollte also nur, wer an krankhafter Fettsucht leidet oder wegen seines Gewichts Probleme mit den Gelenken hat. Und auch dann nur unter ärztlicher Aufsicht. Die anderen sollten ihren Körper so akzeptieren, wie er nun mal ist.

Eines sollte man jedenfalls nicht tun: Sich vom Fitness-Zeitgeist aus der Ruhe bringen lassen. Es ist nämlich erwiesen, dass Sportler nicht älter werden als andere - sie sterben nur gesünder.

FR-Redakteur Martin Müller-Bialon studierte Diplom-Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Freizeit- und Gesundheitssport.

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