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Zwei, die sich an ihre guten Vorsätze gehalten haben.
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Zwei, die sich an ihre guten Vorsätze gehalten haben.

Alle Jahre wieder

Geschäft mit dem Schwabbelbauch

Fitness-Studios und Pharmaunternehmen verdienen gutes Geld mit guten Vorsätzen.

Von GEORG ISMAR, DPA

Im Hamburger Hauptbahnhof prangt ein großes Plakat: "Nichtrauchen fördert die Durchblutung und steigert die Potenz." Das hatte man sich schon fast gedacht. Doch der Slogan geht noch weiter: " Der beste Vorsatz fürs neue Jahr: Jetzt Nichtraucher werden."

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Punkt zwölf Uhr in der Silvesternacht beschließen Millionen im neuen Jahr ein besserer Mensch zu werden, ein schlanker Nichtraucher. Der Schwabbelbauch muss also weg und die Zigaretten auch.

Glaubt man Umfragen, wollen 45 Prozent der 82 Millionen Deutschen ihr Leben 2008 umkrempeln. Sie werden seit einer Woche von der Werbebranche besonders umgarnt. Diät-Gruppen rekrutieren neue Jünger, Schlankheitspillen werden gepriesen, Fitness-Studios locken mit Sonderkonditionen und die Pharmakonzerne fahren große Kampagnen für Nikotin-Pflaster und -kaugummis.

Im Januar und Februar machen Fitness-Studiobetreiber und Pharmaunternehmen ihre besten Geschäfte und verdienen gutes Geld mit den guten Vorsätzen der anderen.

Nikolas Schimann, Produktmanager für einen der Marktführer für medizinische Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung, nennt das den jährlichen "Vorsatzschub". 170 000 Kaugummis und Pflaster werden von seinem Unternehmen normalerweise pro Monat verkauft. Im Januar schnellt die Zahl auf bis zu 220 000 verkaufte Produkte hoch.

Dieses Jahr dürfte das Geschäft noch ein bisschen besser laufen, da seit dem 1. Januar nun in elf Bundesländern Rauchverbot in Kneipen und Diskotheken herrscht. "Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass es dadurch zusätzlich zu den Vorsätzen einen enormen Schub bei Raucherentwöhnungsprodukten gibt", sagt Schimann. Für eine gelungene Werbekampagne eignet sich das Rauchverbot allerdings nicht. Der Slogan "Jetzt ist das Rauchverbot da. Jetzt musst Du aufhören" fiel bei Rauchern durch. Sie hätten diese Werbung mit dem erhobenen Zeigefinger als Diskriminierung empfunden, berichtet Schimann.

Der zweite Nutznießer der Gute-Vorsätze-Welle sind die 6000 Fitness-Studios in Deutschland. Wo jetzt noch Fett schwabbelt, sollen sich bei vielen Bürgern bald Muskeln spannen. Deshalb gibt es einen Ansturm auf die Studios. "Der Januar ist immer mit Abstand der beste Monat",sagt Refit Kamberovic vom Deutschen Sportstudioverband (DSSV) in Hamburg. Bis zu 300 000 Neuanmeldungen gebe es bundesweit im Januar. Insgesamt bringen derzeit fünf Millionen Deutsche Po und Bauch in Fitness-Studios in Form. Vom Frühjahr an nimmt die Zahl der Fitnessjünger ab, da dann Aktivitäten im Freien überwiegen - oder die guten Vorsätze schon wieder passé sind. Auch Abnehm-Programme sind seit Neujahr stark gefragt, viele greifen nach Silvester zu Schlankheitspillen. Bis zu 40 Prozent Umsatzzuwachs melden Hersteller für diesen Monat. Insgesamt sind bei der Hitliste der guten Vorsätze für 2008 die Klassiker "Abnehmen" und "mit-dem-Rauchen-aufhören" von anderen Wünschen etwas verdrängt worden: Zwei von drei Deutschen wollen laut einer Forsa-Studie in diesem Jahr mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen.60 Prozent planen, Stresszu vermeiden.

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