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Bundestrainer Joachim Löw (Archivbild).
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Bundestrainer Joachim Löw (Archivbild).

Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich

Generationswechsel

  • VonMatti Lieske
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Joachim Löw sortiert in der deutschen Nationalmannschaft allmählich die 2006-Absolventen aus. Am Freitag könnte es gegen Österreich gut passieren, dass in Gestalt von Philipp Lahm nur noch ein WM-Spieler von 2006 in der Startelf steht.

Erinnert sich noch jemand an Robert Huth? Spielt jetzt bei Stoke City. Hervorragende Saison. Aber in der Nationalmannschaft? Kein Thema. Nicht etwa, wie sein Klubtrainer mutmaßt, weil ihn der Bundestrainer übersieht, sondern weil ihn Joachim Löw, der sehr gut weiß, was in der englischen Premier League passiert, einfach nicht braucht. Er hat in der zentralen Abwehr inzwischen eine Reihe von exzellenten Leuten, die seiner Auffassung vom spielenden Innenverteidiger wesentlich näher kommen, allen voran Mats Hummels.

Robert Huth war einer der Vorboten des Sommermärchens, damals, beim Confederations Cup 2005, als Schweini und Poldi zu Volkslieblingen avancierten und eine Stimmung generierten, die bis in die WM 2006 ragte. Damals fand sich der Kern zusammen, der den deutschen Fußball ein halbes Jahrzehnt lang prägen sollte. Löw hat, trotz aller Beteuerungen, dass jede Position umkämpft sei, immer wieder gern auf die bewährten WM-Helden zurückgegriffen. Bei der EM 2008 schickte er fast das komplette Weltmeisterschaftsteam ins Rennen, und selbst im WM-Halbfinale 2010 gegen Spanien standen noch sechs Leute auf dem Platz, die bereits das Halbfinale gegen Italien 2006 verloren hatten. Ein siebter, Marcell Jansen, war damals im Kader.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Die Generation Sommermärchen ist drauf und dran, sich schleichend von der großen Bühne zu verabschieden. Am Freitag könnte es in Wien gegen Österreich (20.30 Uhr/live ARD) gut passieren, dass in Gestalt von Philipp Lahm nur noch ein WM-Absolvent von 2006 in der Startelf steht, vielleicht noch Arne Friedrich.

Eine echte Perspektive über die EM 2012 hinaus haben von den Nullsechsern nur Lahm, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski. Nach dem freiwilligen oder unfreiwilligen Abschied von tragenden Figuren wie Jens Lehmann, Bernd Schneider, Torsten Frings, Christoph Metzelder und Michael Ballack deutet sich jetzt auch bei Friedrich, Per Mertesacker, Lukas Podolski und Miroslav Klose der zeitnahe Sturz zumindest aus der Stammformation an.

Diese Spieler besaßen lange Zeit einen klaren Bonus ? selbst wenn sie in der Bundesliga wenig oder wenig überzeugend spielten. „Sie haben oft bewiesen, wie wertvoll sie für uns sein können“, war Löws stereotypes Argument für diese Art Bestandsschutz.

Keine Bevorzugung mehr

Das 2:1 gegen Testspiel gegen Uruguay und auch Löws Äußerungen danach ließen erkennen, dass sich diese Form der Bevorzugung erschöpft hat. In höchsten Tönen pries er etwa die Torschützen André Schürrle und Mario Gomez, und wenn diese in der kommenden Bundesliga-Saison in Leverkusen und München weiter so stark auftreten wie in der vergangenen Spielzeit, gibt es keine Rechtfertigung, ihnen weiterhin Podolski und Klose vorzuziehen. Es sei denn, die beiden steigern sich noch einmal in ähnlicher Weise, möglicherweise bei einem anderen Verein.

Gleiches gilt auch für Friedrich und Mertesacker. Letzterer wirkte bei Werder Bremen fast schon ausgebrannt und musste wegen einer langwierigen Fersenverletzung die Länderspiele absagen. Friedrich, sein Partner in der am Ende überraschend kompakten WM-Innenverteidigung, hat eine weitere herbe Saison hinter sich.

Löw hat 2008 mit Metzelder und Mertesacker schon mal den Fehler gemacht, davon auszugehen, dass ein erfolgreiches Duo beim nächsten Turnier automatisch reüssiert. Ein zweites Mal wird ihm der Lapsus nicht passieren, zumal im Hintergrund schon die WM 2014 lauert, sein eigentliches Ziel. Das Sommermärchen wird dann nur noch eine ferne Erinnerung sein, und im Abwehrzentrum werden Leute wie Mats Hummels, Holger Badstuber oder Benedikt Höwedes stehen. Vielleicht aber auch Robert Huth. Der ist nämlich erst 26.

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