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Gelassen in höhere Sphären entschwebt

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Auch vom Freiburger Stenzel nicht zu halten: Timo Werner.
Auch vom Freiburger Stenzel nicht zu halten: Timo Werner. © AFP

Rasenballsport Leipzig reagiert entspannt auf die Attacken aus München.

Ralph Hasenhüttls persönliche Siegesserie endete zwar an der Torwand des Aktuellen Sportstudios, doch der Trainer des Bundesliga-Spitzenreiters RB Leipzig konnte das locker verschmerzen. Schließlich hatten die Sachsen am Freitagabend in beeindruckender Weise ihre Tabellenführung verteidigt, durch das 4:1 (3:1) beim SC Freiburg thront der Aufsteiger mindestens eine weitere Woche vor allen anderen Konkurrenten.

„Es gibt Schlimmeres, als Freitagabend zu gewinnen und am Wochenende Bundesliga gucken zu müssen. Man kann sich zurücklehnen und schauen, was die Konkurrenz macht“, sagte der Österreicher, der seinen Auftritt im ZDF sichtlich genoss und dafür sogar in den ungewohnten Anzug schlüpfte: „Am Spielfeldrand würde ich mich damit nicht wohlfühlen.“

Wenn die Roten Bullen allerdings so furios weiterspielen wie bisher, muss sich Hasenhüttl vielleicht in der kommenden Saison an die Kleiderordnung der Champions League gewöhnen. Der Erfolg im Breisgau war bereits der siebte in Serie. Rekord für einen Aufsteiger, und auch im zwölften Spiel blieb RB ungeschlagen, und an den Reaktionen ist abzulesen, dass die Konkurrenz von der Haltbarkeit der Leipziger Stärke überzeugt ist. „Sie schweben in anderen Sphären als wir“, befand Freiburgs Trainer Christian Streich, dessen Team RB in der vorangegangenen Zweitligasaison noch zu Hause geschlagen und am Ende der Spielzeit auf Platz zwei verwiesen hatte. „Was da gemacht wird, ist schon außergewöhnlich. Mit unendlichen Möglichkeiten muss man erstmal Unendliches schaffen“, sagte Streich, und es schwang in gleichen Teilen Bewunderung und Resignation mit.

Showdown am 21. Dezember

Kampfansagen in Richtung des Leipziger Großprojekts kommen inzwischen von anderer, von höherer Stelle. „Wir haben neben Dortmund einen zweiten Feind, den wir jetzt attackieren können“, rief Uli Hoeneß nach seiner erneuten Wahl zum Bayern-Präsidenten in München den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung zu, als der neuerliche Sieg der Sachsen die Runde gemacht hatte. Einen Tag später entschuldigte er sich zwar für sein Wortwahl, die Euphorie habe ihn gepackt. Inhaltlich ließ er die Aussage allerdings stehen.

Aber Erfolg macht bekanntlich gelassen, und in Leipzig fassen sie die Hoeneß’sche Attacke ohnehin als Kompliment auf. „Wenn eine solche Persönlichkeit das über uns und unsere Mannschaft sagt, freuen wir uns darüber, dass man so wahrgenommen wird, dass man für Bayern eine kleine Konkurrenz sein kann“, sagte Timo Werner, zweifacher Torschütze in Freiburg. Auch Sportdirektor Ralf Rangnick, der Kopf hinter dem anhaltenden RB-Aufschwung, will sich auf keine Scharmützel mit den Branchengrößen aus München und Dortmund einlassen. „Ich bekomme vieles nur am Rande mit, und es interessiert uns auch nicht besonders“, sagte Rangnick der „Welt am Sonntag“ nach den provokanten Worten von Hoeneß und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der RB als Marketingmaßnahme von Geldgeber Red Bull bezeichnet und gesagt hatte: „Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht.“

Am 21. Dezember kommt es dann in München zum Showdown, wahrscheinlich mit äußerst selbstbewussten Leipzigern. „Wir sind nicht unschlagbar“, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl am Samstagabend dann noch: „Aber man muss gegen uns schon sehr viel richtig machen.“ (sid/dpa/böl)

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