Zupackende Gesellen: die Handballer aus Mannheim und Kiel zählen zum Favoritenkreis.
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Zupackende Gesellen: die Handballer aus Mannheim und Kiel zählen zum Favoritenkreis.

Re-Start

Gehemmte Vorfreude

Handball, Basketball und Eishockey sind vor dem Re-Start vor Publikum gespalten.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) ist bereit. Die Handball-Bundesliga (HBL) steht sogar schon unmittelbar vor dem Neustart und kann es kaum erwarten. Und die Deutsche Eishockey Liga (DEL)? Dort hält sich die Vorfreude aktuell in Grenzen. Zwar hält die DEL derzeit noch an ihrem für den 13. November geplanten Saisonstart fest. Ob das tatsächlich gelingt, ist jedoch alles andere als klar. „Wir kämpfen für den Saisonstart am 13. November. Aber wir werden keinen wirtschaftlichen Selbstmord begehen“, sagte DEL-Chef Gernot Tripcke zuletzt bei MagentaSport. Bis Ende nächster Woche will die DEL entscheiden, ob es wirklich mit dem geplanten Termin klappt.

Die Position des Eishockeys unterscheidet sich teils fundamental von der öffentlichen Begeisterung der zwei anderen großen Hallensportarten. Die Handballer nehmen bereits am 1. Oktober den Ligabetrieb wieder auf, und HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann sprach in diesem Zusammenhang von „einem kleinen Schritt zurück in die Lebenswirklichkeit“. Auch für seinen BBL-Kollegen Stefan Holz ist ein Abrücken vom geplanten Saisonstart am 6. November „keine Option“, wie er sagte. „Wir sind zuversichtlich und gelassen.“ Ein Gemütszustand, von dem die DEL-Verantwortlichen weit entfernt sind.

Die größte Sorge bereitet der Liga eine politische Entscheidung, die Basketball und Eishockey wiederum als grundsätzlich positives Signal werten. Die Bundesländer hatten sich zuletzt auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in die Arenen geeinigt, ein Beschluss, mit dem gerade den Sportarten abseits des Fußballs entgegengekommen werden sollte. Während der Profifußball zu großen Teilen von den lukrativen TV-Geldern lebt, machen im Handball, Basketball oder auch im Eishockey die Zuschauereinnahmen einen nicht unwesentlichen Teil der Budgets aus.

Finanzielle Hilfe gefordert

Dass in einer Testphase bis Ende Oktober nun eine Auslastung von bis zu 20 Prozent der jeweiligen Hallenkapazität erlaubt ist, sollten die drei Sportarten also alle toll finden, könnte man meinen. Das ist aber nicht so. „Zwanzig Prozent ist nicht das, was wir uns gedacht haben. Zwanzig Prozent ist nicht das, was dem Eishockey hilft“, sagte DEL-Chef Tripcke. Die Liga hatte am Montag nach einer Sitzung Forderungen an die Politik gestellt, weitere finanzielle Hilfen zur Verfügung zu stellen oder deutlich mehr Zuschauer zuzulassen. Angesichts der Aufwendungen etwa für die Hallenmiete oder Sicherheitspersonal würden viele Klubs sonst ein Minus machen.

Bizarrerweise gilt das in ähnlicher Weise auch für Vereine in HBL und BBL, trotzdem überwiegt hier größtenteils die Freude. BBL-Chef Holz gibt zu, dass man sich die Kostenstruktur genau anschauen müsse und ein Club bei einer Hallenauslastung von 20 Prozent tendenziell Geld bei einem Heimspiel verliere. Auch HBL-Geschäftsführer Bohmann betonte, dass „die 20 Prozent auf Dauer nicht ausreichen“. Trotzdem wollen Handball und Basketball unbedingt loslegen und auf eine schrittweise Erhöhung der Zuschauerzahlen hoffen, während die DEL ein riskantes Spiel auf Zeit betreibt.

Was auch damit zu tun hat, dass die DEL nach dem Fußball normalerweise im Schnitt die höchsten Zuschauerzahlen in Deutschland hat. Dadurch wären die wirtschaftlichen Verluste bei der aktuellen 20-Prozent-Regelung höher als im Handball oder Basketball. Hinzu kommt, dass die Lizenzierung in der DEL trotz der Corona-Krise auf Basis voller Hallenkapazitäten erstellt wurde. Laut DEL fehlen der Liga aktuell insgesamt rund 60 Millionen Euro. (dpa)

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