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Bei der Siegerehrung: Der Schweizer Simon Ammann, nun vierfacher Olympiasieger.

Dank Ammann & Co.

Gedanken an Spiele in der Schweiz

Der Goldrausch der Eidgenossen in Vancouver könnte eine Olympiabewerbung zur Folge haben. Die Freude ist deshalb auch so groß, weil man dem ungeliebten Nachbarn Österreich weit enteilt ist.

Die Schweizer Wintersportler sind in Vancouver im Goldrausch. Im "House of Switzerland", den Promitreff in Whistler und auf Granville Island in Vancouver, kommen die Eidgenossen aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Jetzt kann sich Sportminister Ueli Maurer sogar eine Schweizer Kandidatur für Winterspiele vorstellen. Dank Überflieger Simon Ammann, Abfahrts-König Didier Defago, Ski-Cross-Ass Michael Schmid und Langlauf-Held Dario Cologna glänzt das 7,7-Millionen-Einwohner-Land als viertbestes Team im Medaillenspiegel hinter den USA, Deutschland und Norwegen - und ist dem ungeliebten Nachbarn Österreich weit enteilt. "Die Schweiz kann froh sein, dass wir immer wieder gute Sportler haben", sagte Ammann.

Mit fünf Olympiasiegen stehen die Schweizer zur Halbzeit schon so gut da wie am Ende der Spiele 2006 in Turin und 1988 in Calgary, als es mit jeweils fünfmal Gold, Silber und Bronze das beste Ergebnis der Sportgeschichte gab. Olympia zu Hause feierte die Schweiz zuletzt 1948 in St. Moritz. "Ich mache die Tür dazu bestimmt nicht zu", sagte Maurer in der Zeitung Sonntag zu einer möglichen Kandidatur.

"Komplette Skination"

Die Werbetrommel rühren die Schweizer schon jetzt - mit ihren grandiosen Erfolgen und ihren Fans: Kuhglocken sind der Verkaufsschlager in Vancouver. Und überall weht das weiße Kreuz auf rotem Grund. "Passion. Power. Performance" - dieses Motto hatte die Dachorganisation Swiss Olympic vor den Spielen ausgegeben. Mit drei Goldmedaillen nach drei Wettkampftagen lag die Schweiz kurzfristig sogar auf Platz eins der Nationenwertung.

Als Ammann seinen zweiten Goldcoup feierte, hat der rot angemalte Steinbock im "House of Switzerland" die Nacht fast nicht überstanden: Auf Skiern wurde der Ammann hineingetragen. Der Springer hat mit vier Olympiasiegen sogar Alpin-Ass Vreni Schneider als Nummer eins abgelöst.

Vor allem der erste Triumph eines Langläufers durch Cologna sorgte für Staunen. "Die Schweiz ist eine komplette Skination - das war sie zuletzt 1972 und 1988", kommentierte die Neue Zürcher Zeitung den Glanz der Edelmetalle. Und Sportminister Maurer, der als Skispringer immerhin eine Bestweite von 61 Meter vorzuweisen hatte, sagte zufrieden: "Medaillengewinne bei olympischen Spielen lösen nicht alle Probleme unseres Landes. Aber wenn eine Nation im Sport gut und erfolgreich ist, dann ist das schon ein Ausdruck von Leistungsfähigkeit." (dpa)

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