Garten-Arznei - von Prof. Hademar Bankhofer

Kirschen, Himbeeren und Erdbeeren: Sie lachen uns jetzt überall auf Märkten und im Supermarkt in leuchtenden Farben entgegen und machen Lust auf Genießen.

Kirschen, Himbeeren und Erdbeeren: Sie lachen uns jetzt überall auf Märkten und im Supermarkt in leuchtenden Farben entgegen und machen Lust auf Genießen. Reife, saftige und süße Obstsorten aus heimischem Anbau aus der Region.

Sie sind besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen und Bioaktivstoffen, weil sie nicht tagelang weite Strecken transportiert werden mussten. Sie schmecken nicht nur köstlich. Sie sind auch kleine Naturarzneien aus dem Obstgarten, die wir auch für unsere Gesundheit nützen sollten.

Am United State Department of Human Nutrition in Boston, der größten Ernährungsbehörde der Welt, hat man in der Erdbeere die sekundären Pflanzenstoffe Kaempferol und Ellagsäure nachgewiesen. Sie senken das Krebsrisiko im Darm und in den Lungen. Außerdem enthält die Erdbeere Methylsalicylsäure, die der Acetylsalicylsäure ähnlich ist, die wir aus Schmerzmitteln kennen. Bei sensiblen Menschen ist es daher möglich, dass der Genuss von zehn bis 15 Erdbeeren Kopfschmerzen vertreibt. Interessant ist auch, dass Erdbeeren weitaus mehr Vitamin C als Orangen und Zitronen enthalten, und dass sie uns mit dem Mineralstoff Magnesium versorgen. Das heißt: Mit dem Konsum von Erdbeeren können wir uns vor einem Sommerschnupfen schützen und gleichzeitig Herz und Kreislauf stärken.

Dunkle, reife Kirschen sind reich an dem roten Farbstoff Anthocyan. Und der kann Entzündungen im Körper bekämpfen und Harnsäure ableiten. Der deutsche Arzt Dr. Paul Blau ist in Texas durch Zufall draufgekommen: Rheuma- und Gicht-Patienten können mit dem täglichen Verzehr von 500 Gramm dunklen Kirschen ihre Schmerzen lindern.

Brombeeren kann man gegen Halsschmerzen und Heiserkeit einsetzen. In diesem Fall ist es besser, man trinkt den leicht erwärmten Saft und gurgelt damit.

Himbeeren geben Kraft bei Ermüdung und Erschöpfung, wirken aber durch den hohen Anteil am "Schönheits-Vitamin" Biotin als Kosmetikum für Haut, Haare und Nägel. Ein ähnliche Wirkung geht von den Stachelbeeren aus. Sie versorgen uns mit dem Spurenelement Silizium.

Im Juni gibt es in diesem Jahr auf Grund des sehr warmen Frühlings bereits die erste Heidelbeeren. Die dunklen Anthocyan-Farbstoffmoleküle in den Früchten regenerieren die Darmschleimhaut nach einem Darmkatarrh und stoppen Durchfall. Sie senken erhöhte Cholesterinwerte und schützen damit das Herz. Vor allem aber stärken Heidelbeeren die Netzhaut und verbessern das Sehen in der Dunkelheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion