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Garant Biedermann: 3 x Bronze - Arbeit für Olympia

Paul Biedermann mühte sich nach Kräften, aber nach dem K.o. für Britta Steffen konnte er die goldlose WM für das deutsche ...

Shanghai. Paul Biedermann mühte sich nach Kräften, aber nach dem K.o. für Britta Steffen konnte er die goldlose WM für das deutsche Becken-Team und die schlechteste Bilanz seit der Vereinigung nicht verhindern. China feierte einen besonderen Rekord. Lochte war die Nummer 1.

Sieger Michael Phelps machte nach der letzen von 66 WM-Entscheidungen einige Schritte auf Paul Biedermann zu. Gold für die Lagen-Staffel der USA mit Phelps, Bronze für den deutschen Weltrekordhalter. Wieder Bronze für Biedermann. Das dritte Mal. Nachdenklich schaute er auf die Medaille. «Ich kenn' die Farbe und habe mir gesagt: Mensch, da kann sich ja nächstes Jahr was ändern an der Farbe», sagte Biedermann - und formulierte das, was auf dem Weg zu Olympia für das gesamte Team gelten sollte. «Ich werde mich tierisch anstrengen», versprach der entthronte Doppel-Weltmeister.

«Einfach fertig» war der 24-Jährige und freute sich auf den Urlaub. Zwei der fünf Bronzemedaillen der insgesamt enttäuschenden Beckenschwimmer hatte er alleine beigesteuert. Dazu gewann er am Sonntag mit der Lagen-Staffel Bronze zum Ende der 16 WM-Tage von Shanghai. Aber am verfehlten Medaillenziel und der gemessen an Titeln schlechtesten Becken-Bilanz seit der Wiedervereinigung konnte er auch nichts ändern.

«Jeder Fehler wird bestraft. Wir können nicht mit dem Auftreten der Mannschaft zufrieden sein», sagte Bundestrainer Dirk Lange. Für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) war es insgesamt gar der schlechteste Auftritt seit WM-Beginn 1973. Damals hatte die DDR bei deutlich weniger Entscheidungen jedoch reichlich abgeräumt.

Immerhin sorgte das Lagen-Quartett mit Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr Benjamin Starke und Schlussschwimmer Biedermann über 4 x 100 Meter nach dem Stimmungsdämpfer durch Britta Steffens K.o. für einen erfreulichen Abschluss. Die Olympiasiegerin äußerte sich pünktlich zum Titelkampf-Abschlusstag aus der Ferne erstmals über die Gründe für die Abreise. Ihr Beitrag zur Medaillenbilanz hatte gefehlt.

In Rom hatten alle Sparten 2009 zwölf Podestplätze mit siebenmal Gold eingefahren. Nun wurden die 14 angepeilten Medaillen in China um eine Medaille verfehlt, die einzige goldene holte Thomas Lurz im Freiwasser. Zudem waren einige Plaketten «nicht in der Farbe wie wir es uns gewünscht haben», sagte Lutz Buschkow. Wasserspringer (0-1-3) und Freiwasser-Team (1-3-1) wurden vom Leistungssportdirektor als «goldene Seite» einer Medaille gelobt. Wasserball und Synchronschwimmerinnen waren im Rahmen - vom Becken-Team muss dagegen bis London mehr kommen.

Nur sechs Einzel-Finalteilnahmen sind hier nicht das, was sich der Verband 2012 wünscht. «Mit der Entwicklung können wir nicht zufrieden sein, das müssen wir so deutlich sagen», sagte Buschkow zum Auftritt des prestigeträchtigsten Mannschaftsteils und stellte «ein paar Defizite» fest. Zwar durfte sich der Missions-Chef über die bronzenen Auftritte von Erfolgsgarant Biedermann, WM-Aufsteiger Christian vom Lehn und zweier Staffeln freuen, aber sein Job war nicht nur wegen des Wirrwarrs um Steffen «nicht vergnügungssteuerpflichtig». In der Causa gibt es noch Redebedarf von Verbandsseite.

Die Doppel-Olympiasiegerin selbst übermittelte via «Bild» eine Erklärung für ihre fluchtartige WM-Abreise. «Sich die 100 und 50 Meter Freistil von der Tribüne aus anzusehen, wäre unerträglich gewesen», sagte Steffen, die sich im Freizeitlook, Sonnenbrille und den Schuhen ihres Sponsors von einer Freundin auf einer Parkbank ablichten ließ.

Beste WM-Starterin war Russlands Synchronschwimmerin Natalia Ischtschenko mit sechs Titeln, im Becken räumte Ryan Lochte (USA) wie kein Zweiter ab. Mit fünf Siegen stahl er Phelps & Co. die Show. «Aber nächstes Jahr zählt es erst richtig», sagte der 26-Jährige, der am Sonntag über 400 Meter Lagen Shanghai-Sieg Nummer fünf holte. Für einen besonderen Augenblick sorgte Chinas Sun Yang. Mit seinen 14:34,14 Minuten über 1500 Meter Freistil unterbot er den einzigen Weltrekord aus der Voranzug-Zeit, die zehn Jahre alte Marke von Grant Hackett (Australien).

Rekord-Olympiasieger Phelps feierte unterdessen seinen insgesamt 26. WM-Titel. Am Abschlusstag übernahmen die USA mit insgesamt 16 Schwimm-Erfolgen dann auch Platz eins in der Nationenwertung (17 Gold) vor China (15). Deutschland lag auf Rang zwölf (1-3-9).

Über 50 Meter Freistil gab es am Wochenende den zweiten Titel für Cesar Cielo Filho (Brasilien) in China. Auf seinen Titeln lag aber nach einer positiven Doping-Probe ein Schatten, auch wenn der Befund durch Verunreinigungen in einer brasilianischen Apotheke entstanden sein soll. Bei der WM wurde bis zum Abschluss kein Doping-Fall bekannt. 300 Urintests und «30 bis 40» Bluttests sollten genommen werden. Alle bisher ausgewerteten Tests seien negativ gewesen, hieß es am Sonntag. (dpa)

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