Kommentar zu Wolfgang Stark

Ganz stark

Nachdem er in der Winterpause von den Spielern noch zum schlechtesten Schiedsrichter der Liga gewählt worden war, hat sich Wolfgang Stark mit zwei guten Leistungen zum Beginn der Rückrunde rehabilitieren können.

Von Jan Christian Müller

Als sich Deutschlands beste Schiedsrichter vor drei Wochen in Mainz zur Manöverkritik trafen, wurde Wolfgang Stark zum Vier-Augen-Gespräch mit Schiedsrichterboss Herbert Fandel gebeten. Es war keine angenehme Unterredung für Stark, aber eine dringend notwendige. Denn der 41-Jährige, der bei der WM in Südafrika drei Spiele souverän geleitet hatte, war in der Hinrunde der laufenden Bundesliga-Saison durch herrisches Verhalten gegenüber den Profis aufgefallen. Infolgedessen hatten die Spieler den „Schiedsrichter des Jahres 2009/10“ in einer Umfrage zum schlechtesten Unparteiischen der Vorrunde verurteilt.

Ex-Fifa-Referee Fandel konnte Stark im Krisengespräch aus eigener Erfahrung berichten, wie er selbst erst habe lernen müssen, weniger autoritär aufzutreten. Fandel war diese Erkenntnis erst zum Ende seiner Karriere gekommen, weil es seinerzeit niemanden gab, der ihn auf seine Defizite hingewiesen hätte.

Wolfgang Stark hat offenbar gut zugehört. Bei seinen beiden Auftritten nach der Winterpause ? dem 1:0 des Hamburger SV gegen Eintracht Frankfurt und dem 0:1 des 1. FC Kaiserslautern gegen Mainz 05 ? zeichnete den Niederbayer eine völlig veränderte Körpersprache aus. Stark war auffällig und erfolgreich darum bemüht, sich zurückzunehmen, er bediente sich viel häufiger eines Lächelns als der Gelben Karte. Die Deeskalierungsstrategie griff perfekt: In beiden Spielen zusammen konnte der Sparkassenangestellte es bei einer einzigen Verwarnung belassen. Ganz stark, Herr Stark!

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