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Gala in blau

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Mit einer Doppelshow in der Frankfurter Ballsporthalle startet die Gymmotion-Tour des DTB - Reckweltmeister Fabian Hambüchen ist die Hauptattraktion.

Von MARGIT REHN

Zwei ferngesteuerte Plastikdelfine sind sozusagen die Maskottchen der Gymmotion-Tournee 2008 des Deutschen Turner-Bundes (DTB), die gestern Nachmittag mit einer Einladungsveranstaltung in der Ballsporthalle in Frankfurt-Höchst eröffnet wurde. Die beiden Wassertiere stehen dabei sozusagen stellvertretend für das Motto der Gala, "The Blue", das die Bewegungen von Mensch und Tier zu Wasser und in der Luft gymnastisch und turnerisch übersetzt.

An die 1500, vor allen junge Besucher unter 15 Jahren füllten die Halle und zeigten sich von der süßen, in gewisser Weise sicherlich auch kindgerechten Inszenierung begeistert. "Es ist wieder eine gute Mischung geworden", freute sich Hans-Peter Wullenweber, der Geschäftsführer des DTB, der nebenbei bemerkte, dass die Abendveranstaltung in Frankfurt zu diesem Zeitpunkt schon ausverkauft war. Aufgrund des im kommenden Jahr in Frankfurt bevorstehenden Internationalen Deutschen Turnfestes hatte es in Frankfurt eine Doppelshow gegeben, bei der auch Fabian Hambüchen, der amtierende Reckweltmeister und Olympiadritte von Peking, an diesem Gerät mit dabei war: "Das wird eine Riesengaudi beim Turnfest", prognostizierte der Wetzlarer, der trotz jener Handverletzung, die er sich schon in Peking zugezogen hatte und die bald operiert werden muss, bei der Gymmotion den Vorturner gab. In der etwas zu langen Pause tauchte aus dem Nichts plötzlich der Meister auf und war in Sekundenschnelle von einer schier unüberschaubaren Halbwüchsigentraube umringt. Was er später am Reck bot, das kommentierte Wullenweber als titelverdächtig: "Nur damit wäre Fabian doch schon wieder Europameister geworden." Nur ging es selbst Hambüchen an diesem Nachmittag nicht um den ganz großen Wettkampfsport. Er fand es vielmehr "ganz toll", mal wieder vor heimischem Publikum zu turnen, Freunde zu treffen. Etwas Besonderes sei das für ihn.

Das vorwiegend kindliche Publikum geriet indessen auch bei der Rhönradperformance des zweifachen Weltcupsiegers Robert Maaser (KSC Straußberg) in Verzückung, der als verkleidetes Phantom das Spiel von Licht und Schatten zirzensisch einnehmend gestaltete. Weltlicher präsentierten sich die Turner des schweizerischen STV Wettingen. Auf dem Minitrampolin ging es in Sekundenabfolge zur Sache: Salto auf Salto.

Ein bisschen Cirque do Soleil

Nein, kein wirklicher Salto mortale, keine echte Gefahr. Aber es ging ein Kribbeln durch Menge. Da war diese Spannung, dieses Atem anhalten, das es beim Cirque du Soleil gibt, an den die Gymmotion so gerne heranreichen würde, und mit dem sie sich auch vergleicht. Da haben sie wohl noch eine Herausforderung. Aber sie sind eben in der Summe auch keine professionellen Artisten, sondern Leistungs- und auch ambitionierte Freizeitsportler, die bei dem, was sie tun, Esprit, Können und Hingabe nicht vermissen lassen.

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