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Profifussballer laufen Gefahr, an einer tückischen Krankheit zu erkranken - warum, das ist derzeit ungeklärt.

Fußballer haben weit erhöhtes ALS-Risiko

Italienische Studie bestätigt Verdacht / Ursache noch unklar

London (ap). Profifußballer haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an der Muskelkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu erkranken.Nach einer italienischen Untersuchung ist das Risiko für Berufskicker mehr als sechs Mal so hoch wie für die Normalbevölkerung. Zudem erkranken die Sportler durchschnittlich etwa 20 Jahre früher an der Krankheit als andere Patienten.

Die Forscher der Universität Turin untersuchten die medizinischen Daten von 7.000 Fußballern, die zwischen 1970 und 2001 in der ersten und zweiten italienischen Liga kickten. Während die Erkrankungswahrscheinlichkeit bezogen auf das Alter der Sportler durchschnittlich bei 0,8 liegen müsste, gab es tatsächlich fünf ALS-Fälle. Das Durchschnittsalter für den Beginn der Krankheit lag bei 41 Jahren. "Sie erkranken etwa 20 Jahre früher als gewöhnlich", sagteUntersuchungsleiter Adriano Chio dem Magazin "New Scientist".Und je länger die Sportler Fußball spielten, desto höher war das Risiko.

ALS, auch als Lou-Gehrig-Syndrom bekannt, ist eine unheilbare Erkrankung, an der in Deutschland schätzungsweise 6.000 bis 8.000 Menschen leiden. Bei den Patienten werden jene Nervenzellen im Rückenmark zerstört, die für die Steuerung der Muskulatur zuständig sind. Im späten Stadium zwingt die fortschreitende Lähmung die Betroffenen in den Rollstuhl, auch Sprechen und Schlucken fallen immer schwerer. Die Nervenzellen des Gehirns bleiben dagegen verschont, die meisten Betroffenen durchleben die unheilbare Krankheit bei vollem Verstand.

In der Regel drei bis fünf Jahre nach der Diagnose endet das Leiden mit dem oftmals qualvollen Tod der Patienten als Folge einer Atemlähmung oder auch einer Lungenentzündung. Die Ursache für die Krankheit und für die Häufung unter Fußballern ist bislang nicht bekannt. Als sicher gilt lediglich, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Nicht ausgeschlossen wird aber auch ein Zusammenhang zum Doping im Leistungssport.

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