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Fußball-Konflikt in Polen verschärft sich

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Polnische Fußball-Funktionäre verlassen in Warschau ein Treffen mit Sportminister Drzewiecki.
Polnische Fußball-Funktionäre verlassen in Warschau ein Treffen mit Sportminister Drzewiecki. © Foto: dpa

Die Verhandlungen zwischen polnischen Regierungsvertretern und Funktionären des Fußballverbands PZPN über eine Kompromisslösung an der Spitze des Verbandes wurden abgebrochen.

Warschau. Der Konflikt zwischen der Regierung in Polen und dem Fußballverband PZPN hat sich weiter deutlich verschärft. Die Verhandlungen zwischen Regierungsvertretern und PZPN-Funktionären über eine Kompromisslösung an der Spitze des Verbandes wurden in Warschau abgebrochen.

Die Gespräche würden solange nicht fortgesetzt, bis die Fifa ihr Ultimatum zurücknehme, sagte nach Angaben der Polnischen Nachrichtenagentur PAP der Chef des politischen Kabinetts des Sportministers, Adam Giersz.

Laut polnischer Medien hatte der Fußballwelt-Verband Fifa seine Forderung nach der Abberufung eines vom Gericht eingesetzten Verwalters für den PZPN bekräftigt. Wenn dies bis zum 6. Oktober 12.00 Uhr nicht geschehe, droht die Fifa Polen mit der Absage der beiden nächsten WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und die Slowakei am 11. und 15. Oktober. PAP berichtete zudem, dass Uefa-Kommunikationsdirektor William Gaillard Polen mit der Aberkennung der EM 2012 gedroht habe.

Auf Antrag des Sportministers Miroslaw Drzewiecki hatte ein Gericht beim Polnischen Olympischen Komitee (PKOL) einen kommissarischen Verwalter für den PZPN eingesetzt, der dann die Verbandsführung suspendierte. Der Sportminister begründete die Maßnahme mit rechtswidriger Tätigkeit des PZPN und ungenügender Bereitschaft zur Bekämpfung der Korruption. Die Fifa erkennt diese Sanktionen nicht an.

Polens Regierungschef Donald Tusk stellte sich demonstrativ hinter seinen Sportminister. Drzewiecki habe seine "volle Unterstützung", versicherte der Ministerpräsident. Der stellvertretende Parlamentspräsident Stefan Niesiolowski sagte dem Fernseh-Sender TVN24, es könne nicht zugelassen werden, dass die Fifa ein demokratisches Land erpresse.

Beunruhigt über die Eskalation des Konfliktes in Polen zeigte sich auch der Co-Veranstalter der EURO 2012, Ukraine. Der Streit bringe sein Land und Polen in Misskredit als Gastgeber des Turniers, schrieb nach PAP-Angaben der Vorsitzende des ukrainischen Fußballverbandes Grigori Surkis. (dpa)

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