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Funktionskleidung schützt besser vor Witterung als Fell und Leder

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Ob die Leder- und Fellkleidung der Steinzeitmenschen so sexy war wie Raquel Welshs Lederbekini ist schwer zu sagen. So warm wie moderne Ourdoor-Outfits war sie jedenfalls nicht.
Ob die Leder- und Fellkleidung der Steinzeitmenschen so sexy war wie Raquel Welshs Lederbekini ist schwer zu sagen. So warm wie moderne Ourdoor-Outfits war sie jedenfalls nicht. © ap

Früher war doch nicht alles besser. Der moderne Outdoor-Sportler ist vor Witterungseinflüssen deutlich besser geschützt als der Mensch der Jungsteinzeit in seiner urtümlichen Bekleidung.

Moderne Funktionstextilien schützen ihre Träger wesentlich besser vor Witterungseinflüssen als die vorwiegend aus Fell und Leder gefertigte Kleidung, die Menschen in der Jungsteinzeit - wie etwa Ötzi - trugen. Dies zeigt eine Studie von Bekleidungsphysiologen der Hohensteiner Institute in Bönnigheim.

Die Forscher prüften, wie warm die steinzeitliche Kleidung ihreTräger im Vergleich zu heutigen Produkten hielt, bei welcherUmgebungstemperatur oder Tätigkeit sie stark schwitzten und wielange sie sich ohne Erschöpfung anstrengen konnten. Dazu verglichensie an Freiwilligen, die im Sommer 2006 die Alpen überquerten, dieWärmeisolation, Atmungsaktivität sowie Wasser- und Winddichtheitalter und moderner Kleidungsstücke.

Dabei waren die modernen Textilien deutlich besser als dieKleidung, die Ötzi trug: So lag die Atmungsaktivität des modernenT-Shirts um das 5,5-Fache höher als die des Lederhemdes, dessenMaterial auch bei Leggings und Armlingen verwendet wurde. BeimTransport von flüssigem Schweiß hatten die neuzeitlichen Materialien einen etwa 3,6-fach höheren Wert. Ausnahme war das besonders weiche Hirschleder des Lendenschurzes, das sowohl bei derAtmungsaktivität als auch beim Schweißtransport gut abschnitt,allerdings nur eine geringe Hautfläche bedeckte. (ap)

Auch in der Trocknungszeit war die steinzeitliche Kleidungunterlegen. So benötigten Lederhemd, Leggings und Armlinge gutsechs Stunden zum Trocknen. Die Trocknungszeiten des modernenFleece-Pullovers und der Wanderhose lagen dagegen bei rund 30Minuten, die des T-Shirts nach Angaben der Institute bei etwa 19Minuten. Die Vorteile moderner Kleidung bei Atmungsaktivität undSchweißtransport zeigten sich insbesondere bei körperlicherAnstrengung wie beim Wandern: Bei einer relativen Luftfeuchtigkeitvon 50 Prozent würde der Träger der neuen Kleidung erst bei 28 GradCelsius übermäßig schwitzen, beim steinzeitlichen Kleidungssystembereits bei elf Grad.

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