Toller Malysz-Abschied

Freund Weltcup-Sechster

Am Ende einer tollen Saison flog Shootingstar Severin Freund knapp am Podest vorbei, auf dem sich Adam Malysz zum Abschluss seiner grandiosen Skisprung-Karriere von über 20.000 Fans feiern ließ.

Beim Skiflug-Weltcup in Planica kam der Pole hinter seinem siegreichen Landsmann Kamil Stoch und dem Slowenen Robert Kranjec noch einmal auf den dritten Platz, zu dem Freund als Sechster nur 5,8 Punkte fehlten.

"Ich hatte ideales Flugwetter, daher war es für mich ziemlich schön und hat eher Spaß gemacht", sagte Freund nach dem zur Halbzeit abgebrochenen Nervenspiel. Wegen des ständig wechselnden Windes zog sich der erste Durchgang mehr als eineinhalb Stunden hin, danach hatte die Jury ein Einsehen und erklärte den Wettkampf für beendet. "Es war nicht so entspannt, wie es am Saisonende eigentlich sein sollte. Weder für die Sportler, noch für die Trainer. Aber es sind alle gesund unten angekommen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Freund zeigte sich unbeeindruckt und beendete den Winter, in dem er mit zwei Weltcupsiegen den Aufstieg in die Weltspitze schaffte und mit knapp 68.000 Euro Preisgeld zum Spitzenverdiener im DSV-Team wurde, mit einem Satz auf 206 Meter. "Severin ist bei sich geblieben und hat das toll gemacht", lobte Schuster seine Nummer eins.

Für Michael Neumayer reichte es mit 147 Metern nur zum 25. Platz. Stephan Hocke verzichtete wie zuvor schon Martin Schmitt aus Sicherheitsgründen auf seinen Start. "Bei solchen Bedingungen braucht man volles Vertrauen, das hatte ich nicht", sagte der Thüringer.

Andere schon. Kranjec segelte unter dem Jubel seiner Landsleute auf die Tagesbestweite von 224,5 Metern. Zum Sieg fehlten dennoch 2,3 Zähler, weil Stoch für seinen Flug auf 215,5 Meter wegen der schlechteren Verhältnisse Bonuspunkte kassierte.

Malysz kam zum Abschluss seiner erfolgreichen Laufbahn, in der er unter anderem viermal Weltmeister wurde, vier olympische Medaillen gewann und 39 Weltcupsiege feierte, auf 216 Meter. "Ich bin zufrieden mit dem letzten Sprung, das war ganz toll", sagte der 33-Jährige.

Im Teamwettbewerb am Samstag hatte es für das halbe B-Team des DSV nur zu Rang fünf gereicht. Das deutsche Quartett mit Neumayer, Maximilian Mechler, Hocke und Freund lag umgerechnet mehr als 200 Meter hinter Weltmeister Österreich. "Mit dieser Mannschaft war es das maximal Mögliche. Alle haben einen ordentlichen Job gemacht", sagte Schuster.

Auch wenn beim Finale nicht alles rund lief und mit Pascal Bodmer ein schmerzhafter Ausfall zu beklagen war, zog Schuster ein positives Saisonfazit: "Wir haben uns nach einer schwierigen Startphase toll herangekämpft und hatten ein paar Highlights dabei, die die Entwicklung der Mannschaft zeigen. Wir sind in vielen Teilbereichen vorangekommen, haben aber noch enorm viel Arbeit vor uns."

In der Vorbereitung auf die neue Saison, in der Freund seinen Platz in der Weltspitze behaupten will, muss der Chefcoach zunächst auf Bodmer verzichten. "Es ist doch einiges kaputt gegangen in der Schulter. Er ist zwar operativ gut versorgt worden, aber es wird definitiv drei Monate dauern, bis er wieder völlige Bewegungsfreiheit hat", sagte Schuster. Er plant zudem mit den Routiniers Schmitt und Neumayer sowie Youngster Richard Freitag. Frontmann Freund gab schon mal die Marschrichtung vor: "Es ist schwieriger, oben zu bleiben, als nach oben zu kommen. Das werde ich versuchen." (dpa)

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