+
Alexander Zverev steht im Achtelfinale der French Open.

French Open

Großer Kampf im Gewächshaus: Alexander Zverev steht im Achtelfinale

Alexander Zverev steht bei den French Open im Achtelfinale. Erneut überzeugt er vor allem durch seinen Kampfgeist.

Er haderte, er fing sich eine Verwarnung ein und erlebte einen fürchterlichen Einbruch – am Ende aber stand ein Sieg des Willens: Alexander Zverev steht trotz einer nicht immer überzeugenden Vorstellung im Achtelfinale der French Open. Der Weltranglistenfünfte aus Hamburg besiegte den Serben Dusan Lajovic mit 6:4, 6:2, 4:6, 1:6, 6:2 – es war sein zweiter Marathon nach dem Fünfsatzsieg zum Auftakt gegen John Millman (Australien).

Nach 3:03 Stunden nutzte Zverev seinen ersten Matchball auf dem neuen, von zwei Gewächshäusern umgebenen Court Simonne Mathieu. „Es war ein sehr schweres Match, ich bin froh, dass ich weiter bin“, sagte Zverev bei Eurosport: „Ich habe im vierten Satz schlecht gespielt, dann kann es schnell gehen. Im fünften Satz habe ich wieder aggressiver gespielt, dann lief es.“

Im Verlauf des Matches hatte er sich nach schwachem Beginn zunächst deutlich gesteigert, dann mit zwei gewonnenen Sätzen im Rücken stark nachgelassen – am Ende überstand er den zweiten Marathon des Turniers erneut aufgrund seines bemerkenswerten Kampfgeistes. Im Achtelfinale wird es kaum leichter werden: Sein Gegner, Fabio Fognini (Italien/Nr.9), ist in jedem Fall ein ausgewiesener Sandplatzspezialist.

Zverev profitierte nach erheblichen Problemen zu Beginn auch vom rapiden Leistungsabfall von Lajovic (28), mit dem er sich bereits im Vorjahr in der zweiten Runde ein Duell über fünf Sätze geliefert hatte. Beide Spieler hatten eine erschreckend hohe Fehlerquote, die serbische Nummer 30 der Weltrangliste brachte nach einer 4:2-Führung im ersten Satz allerdings bis zum dritten Satz kaum noch direkte Punkte zustande – im Gegensatz zu Zverev, bei dem sich die leichten Fehler auch mit vielen großartigen Gewinnschlägen abwechselten.

Allerdings leistete sich Zverev auf dem Weg zu einem scheinbar klaren Dreisatzsieg wie schon gegen Millman einen unerklärlichen Durchhänger. Mit Nachlässigkeiten und eigenen Fehlern baute er Lajovic zusehends auf, folgerichtig verlor er erst den dritten Satz – und im vierten gleich noch seinen Aufschlag. Auch ein frühes Break im fünften konnte er nicht nutzen.

Zverev überzeugte allerdings erneut durch seinen großen Kampfgeist. So hatte sich der ATP-Champion auch aus der misslichen Lage im ersten Satz befreit, als er beim 2:4 zwei Breakbälle abwehren konnte. Dazwischen jagte er einen Ball nach einem verschlagenen Volley wutentbrannt aus dem neuen Court – und kassierte dafür eine Verwarnung.

Nach der erfolgreichen Aufholjagd bis zum 5:4 schrie Zverev aufgeputscht „let‘s go, come on“ über den Court, kurz darauf holte er sich gegen den Aufschlag von Lajovic den Satz. Ab da hatte er auch ohne zu überzeugen zunächst leichtes Spiel gegen den inkonstanten Serben – bis sich dieser entschlossen wehrte und zunehmend an Sicherheit gewann. Das reichte schon, um Zverev zeitweise völlig aus dem Konzept zu bringen. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion