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Eishockey im Fußballstadion? Gibt?s nur beim alljährlichen Winter Game.

Winter Game

Freiluftspektakel mit viel Pfiff

Die Düsseldorfer EG feiert im Winter Game der DEL einen Sieg bei den Kölner Haien ? und der Matchwinner wird vom Publikum kräftig ausgebuht.

Philip Gogulla grinste und genoss seinen Auftritt – für den ihn die Mehrheit der 47 011 Zuschauer im Kölner Fußballstadion kurz zuvor unerbittlich ausgepfiffen hatte. Gogulla grämte das nicht, im Gegenteil, der Stürmer der Düsseldorfer EG verspürte eine tiefe Genugtuung.

„Wenn sie mich gar nicht beachtet hätten, dann hätte ich 14 Jahre lang etwas falsch gemacht“, sagte der 31-Jährige nach dem 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0) nach Verlängerung im Winter Game der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Kölner Haie, bei dem Gogulla mit zwei Treffern geglänzt hatte: „Ich war 14 Jahre lang hier in Köln, das Ende war nicht schön, und es ist ja klar, dass man sich freut, wenn man gegen den Ex-Verein trifft.“

Die Haie hatten sich im Frühjahr 2018 von Gogulla getrennt, die Auseinandersetzung vor Gericht endete seinerzeit in einer einvernehmlichen Vertragsauflösung. „Das Thema ist längst durch“, sagte Gogulla am Samstag: „Ich bin überhaupt nicht böse, und ich trage niemandem etwas nach.“ Der Angreifer bestritt 740 Spiele für die Haie. Mit einem Jahr Unterbrechung lief Philip Gogulla seit der Saison 2004/05 für den KEC auf und erzielte in dieser Zeit 183 Tore.

Tore erzielte er auch am Samstag, das erste bereits nach 46 Sekunden zum 1:0 für die DEG. Im zweiten Drittel legte Gogulla nach und versetzte die Heimfans im Dauerregen unter freiem Himmel kurzzeitig in eine Schockstarre. Im Schlussdrittel brachten Colby Genoway (45.) und Felix Schütz (58.) die Kölner Haie dann noch einmal zurück, ehe John Henrion in der dritten Minute der Verlängerung der entscheidende Treffer gelang.

Das Winter Game war das 100. Duell der beiden rheinischen Erzrivalen seit Gründung der DEL und das 222. insgesamt. In der laufenden Saison entschied Düsseldorf alle drei Duelle für sich. Bereits beim Winter Game 2015 siegte Düsseldorf als Gastgeber gegen die Domstädter mit 3:2 – Doppeltorschütze aufseiten der Kölner: Gogulla.

„Die bessere Mannschaft hat gewonnen“, sagte der Mann des Tages am Samstag bei MagentaSport, und Haie-Kapitän Moritz Müller machte das frühe erste Gegentor seines ehemaligen Teamkollegen für die Niederlage mitverantwortlich: „Für Düsseldorf war das der Dosenöffner.“

Trotz des Sieges waren die Düsseldorfer nach der Partie nicht gänzlich zufrieden. „Wir haben das Spiel etwas aus der Hand gegeben. Wir waren entweder zu passiv oder sind mit vier Mann nach vorne gestürmt“, sagte DEG-Coach Harold Kreis: „Wir freuen uns über die zwei Punkte, aber wir ärgern uns auch über den verlorenen Punkt.“

Die Spieler verkleiden sich als Gladiatoren

Alle Spieler genossen die besondere Atmosphäre des Freiluftspiels. „Das war ein Riesenspaß, ein toller Nachmittag vom Anfang bis zum Ende“, sagte DEG-Kapitän Barta. Sein Coach Harold Kreis befand: „So etwas erlebt man selten“, und selbst sein Kölner Kollege Draisaitl sprach von einem „großartigen Tag“.

Bereits Stunden vor dem Spiel war den Zuschauern Spektakel geboten worden. Die Kölner zelebrierten das Event unter dem lateinischen Motto „gloria victori sit“ („Ehre dem Sieger“) mit reichlich römischer Folklore, um an die Stadt-Vergangenheit zu erinnern. Unter anderem liefen die Spieler als verkleidete Gladiatoren und Legionäre aufs Eis. Nur eines störte Spieler wie Zuschauer: Der andauernde Regen. (sid)

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