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Der Neue und sein Vorgänger: Der Sportliche Leiter Thomas Brendel (l.) und Alexander Conrad.

FSV Frankfurt

FSV Frankfurt und die Mission Klassenerhalt

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Thomas Brendel soll den FSV Frankfurt vor dem Abstieg bewahren - Conrad entlassen.

Kurz vor dem Ende seiner Dienstzeit als Trainer des Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt ging Alexander Conrad verbal noch einmal in die Offensive. „Wir müssen jetzt den Bock umstoßen“, sagte der 52 Jahre alte Fußballlehrer, sonst eher ein Mann der leisen Töne, nach der 0:2-Niederlage seiner Mannschaft am Freitagabend beim Bundesliganachwuchs des FSV Mainz 05 ungewohnt kämpferisch, ehe er fluchtartig in den Katakomben des Bruchwegstadions verschwand.

Bereits zu diesem Zeitpunkt dürfte Conrad gewusst haben, dass dies seine letzte Amtshandlung als Cheftrainer des langjährigen Zweitligisten war. Schon kurz nach dem Schlusspfiff in Mainz rückte FSV-Präsident Michael Görner von Conrad ab, am Samstagmorgen teilte er Conrad, dessen Vertrag im Sommer ausgelaufen wäre, die Entscheidung mit, ihn mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zu beurlauben.

„Er hat das sehr professionell aufgenommen“, berichtete Görner, für den es keine andere Möglichkeit mehr gab, die sportliche Talfahrt des FSV Frankfurt zu beenden. „Es klingt zwar abgedroschen, aber so ist nun mal das Geschäft. Wir hatten das Gefühl, dass der Alex die Mannschaft nicht mehr erreicht hat“, begründete der ranghöchste FSV-Funktionär diesen Schritt.

Nach dem Gespräch mit Görner verabschiedete sich Conrad von der Mannschaft, die anschließend unter seinem Nachfolger eine Trainingseinheit absolvierte. Wie erwartet wird Thomas Brendel, der Sportliche Leiter und langjährige Stürmer des FSV Frankfurt, die Mannschaft bis zum Saisonende betreuen, um sie vor dem drohenden Abstieg in die Hessenliga zu bewahren.

Der 42 Jahre alte Brendel ist im Besitz der notwendigen A-Lizenz und trainierte die Hessenligisten 1. FC Eschborn, SV Wehen Wiesbaden II und Borussia Fulda, ehe er seit Sommer des vergangen Jahres offiziell den sportlichen Bereich beim FSV Frankfurt verantwortete. Zuvor hatte er Görner, mit dem Brendel eng befreundet ist, schon beratend zu Seite gestanden.

Auch mit Conrad verband Brendel ein freundschaftliches Verhältnis, dessen Entlassung sei aber dennoch alternativlos gewesen. „Die Mannschaft ist total verunsichert. Wir mussten einen Impuls setzen“, sagte Brendel, ehe er nach der Übungseinheit am Samstag nach Pirmasens aufbrach, um den nächsten Gegner der Frankfurter zu beobachten. Am morgigen Dienstag (Anpfiff 19.30 Uhr) bestreiten die Bornheimer bei den ebenfalls vom Abstieg bedrohten Pfälzern ihr Nachholspiel, ehe sie am kommenden Samstag zu Hause den SSV Ulm empfangen.

Bis zu fünf Teams können absteigen

Vor diesen Aufgaben ist Görner zuversichtlich, dass Brendel den Negativtrend der letzten Wochen, der die Frankfurter an die Schwelle der Fünftklassigkeit führte, endlich stoppen kann. Nach der vierten Niederlage in Folge ohne eigenen Torerfolg schrumpfte der Vorsprung der Hessen auf den ersten möglichen Abstiegsplatz auf nur noch einen Punkt.

Sollten nämlich Aalen und Großaspach aus der Dritten Liga absteigen, müssen fünf Mannschaften aus der Regionalliga Südwest den Gang in die Oberligen antreten. „Der Thomas ist als Sportlicher Leiter sehr nah an der Mannschaft und weiß, wo er die Stellschrauben ansetzen muss“, sagte Präsident Görner, dem der leidenschaftslose Auftritt der Frankfurter Mannschaft bei der Niederlage am Freitagabend in Mainz sichtlich zugesetzt hatte.

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