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Florian Wellbrock schaffte den Sprung ins Finale.

Schwimm-WM

Florian Wellbrock beendet Durststrecke

Der 19-jährige Florian Wellbrock stößt als erster deutscher Schwimmer bei der WM in Budapest ins Finale vor.

Bisher wurden 39 Medaillen vergeben, 152 Schwimmer sprangen ins Wasser, aber die Deutschen waren bei den Endläufen an den ersten drei WM-Tagen nur Zuschauer – bis der Jüngste die Durststrecke beendete. Der 19-jährige Florian Wellbrock kraulte über 800 Meter mit persönlicher Bestzeit ins Finale und sorgte für den ersten größeren Lichtblick in Budapest.

„Ich wusste, dass ich was anderes liefern kann als die anderen“, sagte der Magdeburger, der am Mittwoch (19.05 Uhr) als erster Deutscher in der Duna Arena in einem Rennen um Edelmetall schwimmt – im insgesamt 17. WM-Endlauf.

Der jüngste Mann im Beckenteam war als achter Starter des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) ins WM-Becken gesprungen und als erster Finalist herausgeklettert. „Das ist natürlich riesig“, sagte Wellbrock, der in 7:50,89 Minuten auf Vorlaufrang sieben landete: „Ich habe mein Ding gemacht und versucht, die negativen Ergebnisse der anderen nicht auf mich wirken zu lassen.“

Im vergangenen Jahr bei seiner internationalen Premiere bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro noch 32. über 1500 Meter, wollte der Teenager in Budapest nicht wieder nur zuschauen, wenn es um Medaillen geht. „Es macht nur Spaß, wenn man morgens und nachmittags schwimmen kann“, sagte Wellbrock.

An den ersten drei Tagen fanden die Abendveranstaltungen in der Duna Arena weitgehend ohne deutsche Beteiligung statt. Bis auf Aliena Schmidtke, die es zum Auftakt am Sonntag ins Halbfinale über 100 Meter Schmetterling geschafft hatte, waren die deutschen Schwimmer Zaungäste. „Es ist schon komisch, wenn man nur auf der Tribüne sitzt“, gab der frühere WM-Dritte Christian vom Lehn zu. Der Wuppertaler schied am Dienstagmorgen trotz persönlicher Bestzeit (27,68) wie erwartet auf seiner Nebenstrecke 50 Meter Brust im Vorlauf aus.

Heintz und Hentke mit Medaillenchancen 

Ab Mittwoch soll das ein Ende haben. Die Jahresweltbesten Philip Heintz und Franziska Hentke gehen über 200 Meter Lagen und 200 Meter Schmetterling mit Medaillenchancen an den Start, auch die gemischte Lagenstaffel mit vom Lehn, Schmidtke, Damian Wierling und Lisa Graf soll in den Endlauf schwimmen.

Lediglich krasser Außenseiter im Finale ist Wellbrock, der als größtes Langstreckentalent in Deutschland gilt. „Ich wäre vollkommen zufrieden, wenn ich die Zeit noch mal bestätigen könnte“, sagte der 19-Jährige, um den sich ein regelrechtes Tauziehen entwickelt hat. Cheftrainer Henning Lambertz will ihn gerne im Becken über 800 und 1500 Meter dabei haben, Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz drängt zu einem Wechsel nach draußen.

„Er hat das größte Potenzial für Medaillen“, sagte Lurz, dessen Team im Plattensee ohne Edelmetall ein WM-Debakel erlebte. Vor zwei Jahren war Wellbrock über fünf Kilometer schon WM-Fünfter, auch diesmal hatte er sich auf dieser Strecke als bester Deutscher qualifiziert, Lambertz ließ ihn aber nicht starten. „Ich war ein bisschen enttäuscht“, gab Wellbrock zu, „ich habe bei beiden Sachen Spaß und Erfolg.“ (sid)

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