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Auf zum Ufer: Triathleten vorm Frankfurter Ironman am Langener Waldsee.

Triathlon

Top und Flop

Deutsche Triathleten sind auf Distanz viel besser als auf Kurzstrecke. Sonntag in Frankfurt ist der Bahnrad-Weltmeister Levy am Start.

Es ist Hoch-Zeit in Triathlon-Deutschland. Ironman-EM am Sonntag in Frankfurt mit den drei aktiven deutschen Weltmeistern. WM-Rennen über die Kurzstrecke eine Woche später in Hamburg, zudem das legendäre Langdistanzrennen in Roth. Weitere drei Wochen später steigt in Hamburg der zweite Ironman in Deutschland in diesem Jahr.

Schwimmen, Radfahren, Laufen. Von 500 Metern Schwimmen auf der Sprintdistanz bis 3,8 Kilometern auf der langen Kante. Von 20 Kilometern auf dem Rad bis 180, von fünf Kilometern Laufen bis zum Marathon. Je länger es wird, wie jetzt in Frankfurt, umso größer sind die deutschen Erfolgsaussichten. Das ist auch ein Problem. „Wir kannibalisieren uns selbst etwas“, sagt Faris Al-Sultan.

Al-Sultan muss es wissen. Er selbst wurde 2005 Weltmeister auf Hawaii und gewann 2011 die EM in Frankfurt. Er ist nun Trainer des zweimaligen Ironman-Weltmeisters und Frankfurt-Favoriten Patrick Lange. Al-Sultan ist aber auch der Chefcoach bei der Deutschen Triathlon-Union. Er übernahm den Posten als Bundestrainer kurz nach Langes zweitem WM-Triumph und soll auch als Vorbild für die Talente dienen.

Denn so stark die deutschen Triathleten über die Langdistanz sind mit den allesamt in Frankfurt startenden Champions Lange (32 Jahre/Hawaii-Sieger 2017 und 2018), Jan Frodeno (37/2015 und 2016)) und Sebastian Kienle (34/2014) sowie einer großen Zahl weiterer Ironman-Sieg- und -Podiumskandidaten, so sehr kämpft Al-Sultan mit seinen neuen Schützlingen um den Anschluss an die Weltspitze auf den deutlich kürzeren Strecken. „Wir haben aktuell das Problem, dass wir ganz wenige Athleten im absoluten Hochleistungsbereich haben“, sagt Al-Sultan: „Wir haben Athleten, die zu jung sind, auch trainingsmäßig. Wir haben Athleten, die nicht genug trainieren. Wir haben ganz wenige, die richtig, richtig bereit sind für die Aufgaben.“ Olympiaerfolge sind seit dem Olympiasieg von Frodeno 2008 in Peking Fehlanzeige. 2016 der Tiefpunkt für die deutschen Dreikämpfer: Kein deutscher Mann am Start. Die beste Deutsche, Laura Lindemann, wurde 28.

Wie dem auch sei: Am Sonntag weht bei der EM der Langdistanz-Triathleten wieder ein Hauch von Hawaii durch Frankfurt und Umgebung, wo Maximilian Levy, Bahnrad-Weltmeister aus Cottbus, den ersten Ironman seines Lebens bestreiten wird. „Das wird eine der größten sportlichen Herausforderungen meine Karriere“, sagte der 31-Jährige der „Lausitzer Rundschau“. Levy, der 2020 in Tokio seine vierte Olympiateilnahme als Bahnradfahrer anstrebt, will beim Hitze-Ironman am Sonntag am Ende unter zwölf Stunden bleiben.

Tödliche Gefahr

Angesichts von Temperaturen bis zu fast 40 Grad ein ambitioniertes Vorhaben, für das sich Levy und alle anderen Hobbyathleten wappnen müssen. „Man muss viel trinken, dabei aber auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Flüssigkeit und Mineralien achten. Sonst rauscht das Wasser einfach durch deinen Körper durch“, lautet der wichtigste Ratschlag des hitzeerprobten Weltmeisters Patrick Lange, der lebensrettend sein kann. Beim Ironman in Frankfurt vor vier Jahren war ein britischer Triathlet bei ganz ähnlichen Temperaturen an den Folgen der extremen Anstrengungen gestorben. Der damals 31-Jährige hatte während des Rennes nur Leitungswasser getrunken, das sehr wenig Natrium enthält. Deshalb kam es zu einer tödlichen Schwellung im Gehirn. (dpa)

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