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Macht noch mehr Spaß: Fallschirmspringen in Urlaubsländern.

Fliegen wie die Himmelstaucher

Fallschirmspringen - Sportart für Adrenalinsüchtige

Von UTE VETTER

Fallschirmspringen, das ist Adrenalin pur. In einem Internetforum hat eine Frau, die den ersten Tandemsprung ihres Lebens hinter sich hat, versucht, das Unbeschreibliche zu beschreiben: "Bei der Einweisung war ich noch ganz cool. Als aber die Flugzeugtür aufging wusste ich wieder, was das Wort Schiss bedeutet. Was zum Geier tu ich eigentlich hier? Wir rutschen zur Tür. Himmel, ist das windig. Was für eine aberwitzige Situation! Ich sitze in 4000 Metern Höhe in einer offenen Flugzeugtür, meine Beine flattern im Propellerwind, und ich habe ein dümmliches, verkrampftes Grinsen im Gesicht. ,Bist du bereit?' fragt mich mein Tandemmaster. Na, ja, bereiter als jetzt werd ich wohl nie sein. Beine an den Flugzeugrumpf, Kopf in den Nacken, Hohlkreuz, und das Gurtzeug umklammern, bis die Fingerknöchel weiß hervortreten. Was für ein Gefühl! Wo ist oben? Wo ist unten? Egal. Was für ein Kick! (...) Ich war noch tagelang high. Am liebsten hätte ich dem Typ in der Straßenbahn oder der Kassiererin im Supermarkt davon erzählt, oder mir ein Schild auf die Stirn geklebt mit der Aufschrift ,Fragen Sie mich nach Tandemsprüngen'!"

Auch wenn die Medien teilweise Unfälle bei Fallschirmsprüngen gern reißerisch aufgreifen, ist Fallschirmspringen schlicht und einfach ein Sport. Extrem ist die eher geringe Anzahl der Aktiven in Deutschland: Nur etwa 8000 "Skydiver" (wörtlich: Himmelstaucher) gibt es. Und ebenso extrem ist, dass in keiner anderen Disziplin der Aviatik der eigene Körper das Fluggerät ist. Klar, auch in einem Flugzeug oder Hubschreiber ist ein Hauch grenzenloser Freiheit zu spüren. Aber dabei ist man immer von Technik umgeben, und der Mensch wird von dieser Technik geflogen. Nicht so beim Fallschirmspringen. Hier fliegt man tatsächlich selbst. Man kann vor-, rück- und seitwärts fliegen, Saltos schlagen, auf dem Kopf stehen, auf einem an die Füße geschnallten Brett surfen ? Doch bis es soweit ist heißt es: üben, üben, üben!

Am Anfang aller Sprünge steht der Tandemsprung - für die meisten Menschen ist er bereits die Erfüllung eines Traums. Zuerst erfolgt eine 30-minütige Einweisung am Boden, dann lacht man über den eigenen Anblick in Springeroverall, Sprungmütze und Brille. Dann geht's in den Flieger. Nach etwa 20 bis 30 Minuten ist man auf 4000 Metern Höhe. Spätestens dann vergeht den meisten Tandempassagieren das Lachen - jetzt wird es ernst. Der schönste, aufregendste Moment ist der des Loslassens, wenn es aus der Flugzeugtür rausgeht. Der Sturz ist Adrenalin pur. Das Leben steht kopf, alle Wahrnehmungen fahren Karussell. Doch schon nach wenigen Sekunden berauscht die Lust am freien Fall. Der währt leider nur rund 50 Sekunden. In rund 1500 Metern Höhe öffnet sich der Hauptschirm und man schwebt für etwa fünf bis sieben Minuten langsam der Erde entgegen. Und dieses Gefühl ist und bleibt unbeschreiblich.

Sprungplätze

Pullout Skydive | Flugplatz Gießen-Lützellinden | Münchholzhausen | Tel. 06403 927328 oder 06476 2356 | E-Mail: info@pullout.de | www.pullout.de | Tandemsprünge: 170 (wochentags) oder 190 Euro (Sa/So)

Fallschirmsportclub Dädalus | Am Flugplatz | 37671 Höxter | Tel. 05271 7173 | E-Mail: SkydiveDaedalus@t-online.de | www.fscdaedalus.de | Tandemsprünge: 175 (wochentags) oder 190 Euro (Sa/So)

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