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Flensburgs Trainer Maik Machulla hofft, dass bei seinen Spielern der Kopf frei ist.

Handball-Bundesliga

Flensburg gegen Löwen: Top-Duell nach Tristesse in Europa

Nach den Enttäuschungen in der Champions League treffen sich die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen zum Spitzenspiel in der Bundesliga. Hängen die Norddeutschen die Konkurrenz weiter ab? Oder machen die Löwen das Rennen wieder spannend?

Nach den verpatzten Generalproben auf der internationalen Handballbühne wollen die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen am Montag (18.30 Uhr) im Liga-Hit wieder ihr wahre Stärke zeigen.

Immerhin hatten sowohl der deutsche Meister als auch der aktuelle Pokalsieger nach den herben Pleiten in der Champions League vier Tage Zeit, um die Enttäuschung zu verarbeiten und sich auf das Bundesliga-Highlight neu zu fokussieren.

„Gute Leistungen gibt es nur, wenn der Kopf frei ist“, umriss SG-Trainer Maik Machulla seine Hauptaufgabe der vergangenen Tage. Der nach zwölf Spieltagen noch immer ungeschlagene Bundesliga-Primus hatte bei der 20:27-Heimpleite in der europäischen Königsklasse gegen Paris Saint-Germain klar seine Grenzen aufgezeigt bekommen. Gleiches galt für die Löwen, die bei Champions-League-Titelverteidiger Montpellier HB 26:31 verloren. „Natürlich kann man hier verlieren“, hatte Trainer Nikolaj Jacobsen nach der Schlappe in Frankreich gesagt: „Aber mich enttäuscht unser Spiel sehr.“

Für die Liga ist das Spitzenspiel ein Fingerzeig für den weiteren Saisonverlauf. Sollten sich die Flensburger durchsetzen, hätten sie einen weiteren Mitbewerber auf den Titelgewinn distanziert. Der Vorsprung auf die Verfolger aus Magdeburg und Kiel würde vier Punkte, auf die Löwen sogar fünf Zähler betragen. Im Erfolgsfall der Mannheimer, würde das Top-Quartett auf eine Differenz von zwei Minuspunkten zusammenrücken. So oder so bleibt der Titelverteidiger aus Norddeutschland aber Tabellenführer.

Das erste Kräftemessen der Saison endete mit einem deutlichen Erfolg der Nordbadener. Im Supercup setzten sich die Löwen mit 33:26 durch, holten den ersten Titel der aktuellen Spielzeit. Für den Flensburger Kreisläufer Simon Hald hat das aber nichts zu besagen: „Das ist drei Monate her. Seitdem haben wir uns verbessert, und das wollen wir beweisen. Ich glaube fest an unsere Chance.“

In der Tat zeigten sich die Norddeutschen in der Liga, in der sie saisonübergreifend 20 Mal in Serie gewonnen haben, äußerst stabil und nervenstark. Auch knappe Spiele wie gegen den Nordrivalen THW Kiel (26:25), die TSV Hannover-Burgdorf (29:28), den HC Erlangen (27:26), den SC DHfK Leipzig (21:20) und den SC Magdeburg (26:25) gingen am Ende an das Team von Maik Machulla.

Löwen-Spieler Bogdan Radivojevic gibt sich dennoch kämpferisch: „Wir fahren nirgendwo hin, um zu verlieren“, sagte der Rechtsaußen, der ebenso wie Alexander Petersson einst das Flensburger Trikot getragen hatte. Allerdings weiß der Linkshänder auch: „Es muss bei uns aber alles passen, um den Lauf der SG zu durchbrechen.“

Das gelang den Mannheimern zuletzt am 28. Mai 2017, als sie mit dem 23:21 in Flensburg den Grundstein für den Gewinn ihrer zweiten deutschen Meisterschaft legten. Danach aber haben die Norddeutschen in 24 Heimspielen nur noch drei Punkte abgegeben. Die Bundesliga-Bilanz der beiden Protagonisten ist ausgeglichen. In bislang 28 Duellen gab es je 14 Siege. Beide Mannschaften feierten neun Heimerfolge und kassierten fünf Auswärts-Niederlagen.

Personell waren die Flensburger zuletzt stärker gebeutelt als die Löwen. SG-Abwehrchef Tobias Karlsson war ebenso angeschlagen wie Rückraumspieler Magnus Röd und Spielgestalter Jim Gottfridsson. Bei den Löwen hatte Torhüter Mikael Appelgren mit einem Muskelfaserriss pausieren müssen. „Wenn alles gut läuft, kann ich spielen“, sagte der Schwede auf der Vereinshomepage.

(Von Stefan Flomm, dpa)

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