Fischer: Andere Verbände sollten von Kanuten lernen

Zusammenhalt, Talentsichtung und Siegeswillen: Birgit Fischer sieht in den deutschen Kanuten ein Vorbild für andere ...

London. Zusammenhalt, Talentsichtung und Siegeswillen: Birgit Fischer sieht in den deutschen Kanuten ein Vorbild für andere Sportverbände. "Die Leistung kommen nicht von irgendwo her", sagte die achtmalige Kanu-Olympiasiegerin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Vieles könnten die anderen Verbände von den Kanuten lernen. "Den Zusammenhalt von Olympia muss man das ganze Jahr über haben. Die Kanuten gehen zusammen in die Trainingslager", sagte die 50-Jährige. Das fehle teilweise Sportlern anderer Disziplinen. "Leistungsstarke Trainingsgruppen finde ich äußerst wichtig - gerade bei den Jungen."

Außerdem würden junge Talente gut ermittelt. "Wir haben sehr gute Strukturen mit standardisierten Leistungstest", betonte Deutschlands Rekord-Olympiasiegerin. Nachwuchs werde gezielt ausgebildet. "Hinter den Jungen stehen schon wieder andere. Es könnte in Rio zu einem völligen Austausch kommen", meinte sie. "Wer weiß?"

Aber nicht nur das Training gehöre zum Erfolgsrezept der Kanuten - auch die Einstellung der Sportler sei wichtig. "Die sind locker, aber die können sich auch noch richtig ärgern über verpasstes Gold." Selbst die jüngsten Athleten würden mit höchsten Ansprüchen zu ihren ersten Spielen fahren. "Die gehen knallhart nach Olympia und sagen: Wir wollen Gold."

Großes Lob spendete die Grande Dame des Kanusports den Jüngsten im Olympia-Kader. "Die machen das beherzt, die können kämpfen - sich zerreißen. Das ist wunderschön", sagte sie über Kurt Kuschela und Peter Kretschmer im Zweier-Canadier sowie Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak nach deren Gold-Erfolgen.

"Das sind die jüngsten in der Mannschaft, die jetzt Gold geholt haben." Die Athleten hätten die Qualitäten, die für einen Sieg unerlässlich seien. Eine neue Generation von Kanuten sehe sie darin aber nicht. "Bei meinem ersten Start 1980 war ich 18 und ich habe sie alle niedergefahren. Das war nichts anderes."

"Wenn die gesund bleiben und noch Bock haben auf Paddeln nach den Spielen, dann werden wir die bestimmt in Rio wiedersehen", meinte die 27-fache Weltmeisterin. Im Gegensatz zu früheren Teams seien diesmal nicht ältere und jüngere Athleten zusammen. "Das sind junge Boote in sich. Und die haben zusammen noch eine Zukunft vor sich - keine Frage." (dpa)

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