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Fokus auf die gelbe Kugel: Rafael Nadal.

ATP Masters

Filzball statt Flitterwochen

Tennisprofi Rafael Nadal hat noch Großes vor in diesem Jahr – Leidtragende ist seine Ehefrau.

Für Romantik hat Rafael Nadal gerade keine Zeit, nicht einmal für Mini-Flitterwochen mit seiner frisch angetrauten Ehefrau. „Nein, nicht jetzt“, antwortete der Spanier vor seinem Auftaktmatch beim ATP-Masters in Paris auf die Frage nach der Hochzeitsreise und schüttelte energisch den Kopf. In der Tenniswelt müsse man „Prioritäten setzen“, und überhaupt, er und seine Xisca hätten sich schon vor der Hochzeit ihre Auszeiten genommen.

Nadals Prioritäten liegen noch einen Monat lang ohne Ausnahme bei seiner langjährigen Liebe, dem Tennis. Drei große Ziele verfolgt er in der ausklingenden Saison: Nadal spielt darum, Novak Djokovic auf Platz eins der Weltrangliste abzulösen, er kämpft in London um seinen ersten Titel beim ATP-Saisonfinale (10. bis 17. November), und er will die nationale Aufgabe erfüllen, das spanische Daviscup-Team beim Finalturnier in Madrid (18. bis 24. November) zum Sieg zu führen.

Schmerzen im Handgelenk

Für den Sprung an die Spitze ist Nadal in einer hervorragenden Ausgangsposition. Während Djokovic in diesem Jahr noch 1600 Punkte zu verteidigen hat, geht der Spanier ohne Ballast in die letzten Turnierwochen des Jahres. „Ich bevorzuge natürlich die Nummer eins“, sagte Nadal, „und natürlich ist es etwas ganz Besonderes, das Jahr als Nummer eins zu beenden, es wäre toll, wenn mir das gelingt.“

Seit seinem Triumph bei den US Open im September, dem 19. Grand-Slam-Titel seiner Karriere, hat Nadal nur beim Laver Cup gespielt, wegen Schmerzen im linken Handgelenk pausierte er anschließend. Immerhin nutzte der 33-Jährige die freie Zeit, um seine langjährige Lebensgefährtin Xisca Perello zu heiraten. Am 19. Oktober feierten spanischen Medienberichten zufolge rund 350 Gäste auf der edlen Festung Sa Fortaleza auf Nadals Heimatinsel Mallorca ein rauschendes Fest.

Nun fühlt er sich bereit, „100 Prozent“ für einen weiteren Titel in Paris zu geben. Im Stade Roland Garros, das zehn Kilometer Luftlinie von der Arena in Bercy entfernt liegt, hat Nadal auf seinem geliebten Sand zwölfmal triumphiert, beim traditionsreichen Hallenturnier reichte es für ihn nur einmal (2007) zum Einzug ins Finale. Zu oft war er zu dieser Zeit des Jahres angeschlagen, zu schnell schienen die Plätze für ihn zu sein.

Training mit Djokovic

Mittlerweile, sagt Nadal, habe er sein Spiel verbessert, auch die Auszeit hat ihm gut getan. Er wirkt trotz der großen Ziele im Saisonendspurt kein bisschen verbissen. In Paris trainierte er mit seinem Rivalen Djokovic, ein „komisches Gefühl“, wie der Serbe zugab: „Wenn ich ihn auf der anderen Seite des Netzes sehe, spielen wir normalerweise im Halbfinale oder Finale bei einem großen Event gegeneinander.“

Sollte es am kommenden Sonntag im Endspiel wieder zum Aufeinandertreffen der Dauerrivalen kommen, wäre Nadals erstes Ziel, die Rückkehr auf den Tennisthron, zum Greifen nah. Lockerlassen wird er jedoch (noch) nicht, Zeit für Romantik bleibt ihm und Xisca schließlich noch nach den Saisonfinals in London und Madrid. (sid)

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