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Fußball

Fifa-WM: Reform-Pläne sorgen für Empörung in der Bundesliga

  • VonLukas Zigo
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Der Vorschlag der Fifa, die WM alle zwei Jahre auszurichten, stößt auf Empörung in der Bundesliga. Rudi Völler nimmt den DFB in die Pflicht.

Frankfurt– Die Kritik an den Plänen* der Fifa*, die Fußball-WM* in Zukunft alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, war unter den Bundesligisten enorm. Anders verhielt sich das da schon beim Dachverband des deutschen Fußballs, dem DFB*. Im Gegensatz zur Empörung der Vereine fiel die Antwort aus der Verbandszentrale in Frankfurt eher zurückhaltend aus.

Der frühere Weltmeister Rudi Völler nimmt den DFB in die Verantwortung: „Ich würde mir wünschen, dass in den nächsten Tagen mal ein Signal vom DFB kommt: ohne uns. Das können wir uns als DFB auch erlauben.“ Der Sportchef von Bayer Leverkusen bezeichnete den am Donnerstag von Fifa-Entwicklungsdirektor Arséne Wenger bekräftigten Plan als „Schnapsidee“. Völler sagte dazu: „Wer den Fußball liebt, kann nicht für so eine bescheuerte Idee sein. Wer das macht, ist gegen den Fußball.“

Superleague und Fifa-Pläne – Rudi Völler: „Das wäre eine Zerstörung des Fußballs gewesen“

Ähnlich kritisch sieht Völler die Vorkommnisse rund um die kurzzeitige Gründung einer europäischen Super-League*: „Das wäre eine Zerstörung des Fußballs gewesen. Und so wäre es auch mit dieser WM.“ Aufgrund der Klarheit, mit der die Clubs die Fifa-Reform kritisieren, ist es doch verwunderlich, wie zurückhaltend der DFB agiert.

Auf Anfrage hatte der DFB bislang mitgeteilt, „grundsätzlich“ für den aktuell stattfindenden Vierjahresrhythmus zu sein. Allerdings wolle der Verband das Thema im Rahmen einer Präsidiumssitzung „nochmals“ erörtern. Die Sitzung soll an diesem Freitag stattfinden, wie die Bild am Sonntag berichtet.

Fifa-Pläne zur WM-Reform stoßen bei vielen kleinen Verbänden auf Zustimmung

Auch RB-Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff gab am Samstag an, „gar nichts“ davon zu halten, „immer weiter die Kommerzialisierung anzuschieben. Daher gehe ich davon aus, dass die Pläne hoffentlich auch nicht Wirklichkeit werden.“ Wenger und viele Ex-Stars äußerten sich dahingehend, dass es weltweit viel Unterstützung für die Idee gebe, von dem Vierjahresrhythmus abzukehren. Etliche kleine Verbände hätten durch die Reform häufiger die Chance, sich für die Fußball-Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

Fifa Präsident Gianni Infantino

Mitglied der zuständigen Fifa-Beratergruppe ist auch der deutsche Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus. Der Weltverband teilte mit, der 60-Jährige unterstütze die Überlegungen, da es auch weniger Abstellungsfenster für Länderspiele vorsehen würde. Den Clubtrainern solle das erlauben, „kompakter“ trainieren zu können, sagte Matthäus bei Sky. Räumte aber auch ein: „Der Wert einer Weltmeisterschaft ist nicht mehr der gleiche, wenn du doppelt so viele Weltmeisterschaften hast.“

Ex-Bayern Coach Guardiola befürwortet Fifa-Pläne: „Man darf Ideen nicht kriminalisieren“

Der Trainer von Manchester City, Pep Guardiola, sieht die Pläne der Fifa dagegen positiver: „Ich bin immer froh, wenn neue Ideen zur Diskussion auf den Tisch gelegt werden“, sagte der ehemalige Bayern-Trainer der Nachrichtenagentur PA. „Man darf Ideen nicht kriminalisieren.“ Guardiola vertritt die Ansicht, man solle den Vorstoß der Fifa nicht sofort verwerfen, sondern sich erst alle Standpunkte dazu hören.

„Die Weltmeisterschaft ist großartig. Das ist das größte Turnier, als Zuschauer schaue ich sie mir immer gerne an. Wenn ich sie alle zwei Jahren schauen könnte, wäre das gut“, so der Spanier. Der Fußballkalender würde so oder so mit einem Wettbewerb gefüllt, warum dann nicht mit einer WM, meint der Fußballlehrer. Wenger habe ein „Turnier der höchsten Qualität“ vorgeschlagen.

In eine andere Kerbe haut da schon Chelsea-Trainer Thomas Tuchel. Er klagte: „Es sind zu viele Spiele, das hilft nicht der Qualität.“ Er liebe es zwar, Fußball zu schauen, nicht jedoch, wenn er gespielt werde, weil er gespielt werden müsse.

UEFA Präsident Ceferin hat bereits einen Boykott der WM-Reform angedeutet

Für Rudi Völler besteht eine weitere Hoffnung in der Wichtigkeit der Uefa* für ein solches Turnier. Deren Präsident Aleksander Ceferin hatte bereits einen Boykott der Spiele angedeutet. „Das wichtigste ist, dass die Uefa standhaft bleibt. Dafür ist dieser Verband zu wichtig. Ohne die Uefa geht nichts“, so Völler. (Lukas Zigo/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Richard Sellers/dpa

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