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Sportpolitik

Fifa und Uefa drohen der Ukraine

Findet die Fußball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine statt? Oder nur in Polen? Oder in Polen und einem Nachbarland?

Von Jens Weinreich

Der Weltverband Fifa und die Europäische Fußball-Union Uefa haben die Spekulationen erneut angeheizt. Beide stellten sie der Opposition im ukrainischen Verband (FFU) ein Ultimatum: Wenn bis 4. Februar nicht der totale Verzicht auf politische Machtkämpfe erklärt wird, müsse die Ukraine suspendiert werden. Was das bedeutet, erklärt Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino: „Die drei ukrainischen Klubs, die noch im Europapokal spielen – Schachtjor Donezk, Dynamo Kiew und Metalist Charkow – würden sofort suspendiert. Sämtliche Nationalmannschaften der Ukraine würden gesperrt. Und natürlich könnte dann auch keine EM in der Ukraine stattfinden.“

Es ist eine rein sportpolitische Drohung, die dem FFU-Präsidenten und Uefa-Exekutivmitglied Grigori Surkis die Macht sichern soll. Denn der skandalumwobene steinreiche Bauunternehmer, als Boss von Dynamo Kiew einst für Schiedsrichterbestechung mitverantwortlich, kann sich nur mit fremder Hilfe im Amt halten. Vor zwei Wochen haben 38 von 49 FFU Mitgliedern einen außerordentlichen Kongress gefordert, auf dem Surkis das Misstrauen ausgesprochen werden soll.

Die politische und wirtschaftliche Gemengelage ist schwer zu durchschauen. Surkis hat bei der ukrainischen Präsidentschaftswahl Anfang 2010 Julia Timoschenko unterstützt, weshalb ihm der neue Staatspräsident Viktor Janukowitsch weniger wohl gesonnen ist. Andere Oligarchen aus den EM-Städten Charkow (Alexander Jaroslawski), Donezk (Rinat Achmetow) und Lwow (Petro Deminski), die dort jeweils auch die Fußballklubs besitzen und aufpäppeln, kochen ihr eigenes Süppchen.

Fifa und Uefa halten treu zu Surkis. Vor einer Woche schickte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke eine bemerkenswerte Depesche an die FFU. Die Fifa verbittet sich nicht nur „politische Einmischung“ in Verbandsangelegenheiten, sie untersagt den 38 Surkis-Gegnern sogar, bis Sommer 2012, also bis zum Ablauf der Wahlperiode (und der EM), einen Kongress einzuberufen. Man werde nur mit der Surkis-Führung arbeiten, mit niemandem sonst. Auf der Uefa-Exekutivsitzung Ende vergangener Woche in Nyon durfte sich Surkis ausführlich erklären – die Gegenseite wurden nicht gehört.

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