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Ferrari bittet Teams um Testtag

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Michael Schumacher nimmt 2006 beim GP in Silverstone im Ferrari platz.
Michael Schumacher nimmt 2006 beim GP in Silverstone im Ferrari platz. © Foto: dpa

Ferrari möchte für Rückkehrer Michael Schumacher trotz des Testverbotes einen Tag organisieren, an dem der Formel-1-Rekordmeister den aktuellen Rennwagen fahren kann.

Mugello/Hamburg. Ferrari möchte für Rückkehrer Michael Schumacher trotz des Testverbotes einen Tag organisieren, an dem der Formel-1-Rekordmeister den aktuellen Rennwagen fahren kann. "Wir haben die Teams schriftlich gebeten, einem Testtag für Michael zuzustimmen", sagte Ferrari-Teamsprecher Luca Colajanni am Freitag. "Wir warten nun auf eine Antwort."

Unabhängig davon erklärte Colajanni, dass Schumacher beliebig häufig mit alten Modellen üben könne. Das hat er nicht einmal 48 Stunden nach seiner Comeback-Ankündigung auch schon getan. Auf der hauseigenen Ferrari-Strecke in Mugello drehte der 40-Jährige seine Runden im zwei Jahre alten F2007 der Ferrari-Sparte F1 Clienti, die die ehemaligen Rennautos in Schuss hält.

"Zwar kann ich hier keine aktuellen oder letztjährigen Autos fahren, aber ich möchte eben so viel wie möglich fahren, und da ist das schon mal eine gute Option", erklärte Schumacher vor Fahrtantritt auf seiner Internetseite. Laut dem Internetpotal "Motorsport-total.com" drehte Schumacher bis zur Mittagspause 20 Runden. Die Strecke soll vollkommen abgeschirmt sein für die Mission mit dem Meisterfahrer von einst.

"Schumacher kommt nicht, um Raikkönen zu helfen, sondern um vor ihm zu landen. Und das selbe gilt für alle anderen Piloten. Schumacher ist davon überzeugt, den F60 in Schuss bringen zu können, damit er wieder siegt. Das weiß auch Ferrari - deshalb haben sie ihn geholt", meinte "La Gazzetta dello Sport". Kimi Räikkönen, Nachfolger Schumachers nach dessen Rücktritt 2006, sieht dem Duell mit dem siebenmaligen Weltmeister gewohnt gelassen entgegen. "Ob ich Michael oder einen anderen neben mir habe, kommt aufs selbe raus. Aber es wird nett sein, ihn als Teamkollegen zu haben."

Eines ist klar: Der Perfektionist wird bis zum Großen Preis von Europa am 23. August rein gar nichts dem Zufall überlassen. Er habe das "Feuer" in den Augen des 40-Jährigen gesehen, berichtete Ferrari- Präsident Luca di Montezemolo am Rande der Schwimm- Weltmeisterschaften am Donnerstagabend in Rom. Teamchef Stefano Domenicali pflichtete auf der Internetseite von Ferrari bei: Noch bevor di Montezemolo Schumacher gefragt habe, "konnte ich in seinen Augen ablesen, noch bevor er antwortete, wie stark die Verbindungen zwischen Michael und der Scuderia sind".

F60 bei PR-Termin testen

Testen im neuen F60 darf Schumacher nicht, denkbar wäre ein PR- Termin. Für den siebenmaligen Weltmeister, der sich mit Hochdruck auf sein Comeback am 23. August in Valencia vorbereitet, geht es darum, sich wieder an die Fliehkräfte und die körperlichen Beanspruchungen zu gewöhnen. "Er wird versuchen, so häufig wie möglich zu fahren, um die Belastungen in einem Formel-1-Wagen wieder zu erfahren", sagte Schumachers Sprecherin Sabine Kehm.

Bereits am Tag nach der Comeback-Ankündigung war Schumacher in Maranello - per Hubschrauber aus seiner schweizerischen Heimat am Genfer See. Am statischen Simulator habe er die Funktionalität des Lenkrads gecheckt. Auch sein Sitz im F60 von Felipe Massa soll angepasst worden sein. "Natürlich habe ich auch gleich noch mal die Gelegenheit genutzt und mich mit den Ingenieuren zum weiteren Vorgehen beraten", schrieb Schumacher, der sein bis dato letztes Rennen am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo bestritten hatte.

Der Wagen, den er am Freitag pilotierte, stammt von F1 Clienti, eine Ferrari-Abteilung, die sich um die Pflege ehemaliger Rennwagen kümmert. "Das Testverbot in der Formel 1 ist ja bekannt, daher habe ich die Jungs von F1 Clienti kontaktiert, ob die mir ein Auto geben können", sagte Schumacher. Im neuen Wagen könnte er lediglich bei einem PR- Termin fahren. Es ist anzunehmen, dass Ferrari diese Chance nutzen wird.

Schumacher soll den verunglückten Massa ersetzen, bis der Brasilianer sich selbst wieder ans Steuer des in dieser Saison nicht gerade glänzenden F60 setzen kann. Der 91-malige Grand-Prix-Gewinner Schumacher hatte eine Rückkehr in die Formel 1 immer ausgeschlossen, die besondere Situation stimmte ihn - aus echter Verbundenheit zu Ferrari - nun um. (dpa)

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