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Entscheidende Akteurin in Brasilien: Laura Siegemund.

Fedcup

Der zweite Anzug sitzt

Ohne ihre Topspielerinnen qualifiziert sich das deutsche Fedcup-Team fürs Finalturnier.

Nach der perfekten Premiere gab der neue Chef seinem erfolgreichen B-Team grünes Licht für die große Sause. „Heute Abend werden wir erstmal etwas feiern“, sagte Teamkapitän Rainer Schüttler nach dem 4:0-Erfolg der deutschen Tennisspielerinnen im Fedcup bei Gastgeber Brasilien. Der frühere Australian-Open-Finalist war nach dem Pflichtsieg bei schwierigen Bedingungen sichtlich erleichtert.

Der lange Trip über den Atlantik war für Schüttler und Co. schließlich nicht ohne Risiko. Der Korbacher musste in Florianopolis ohne die Topspielerinnen Angelique Kerber und Julia Görges auskommen. Nun mussten es Laura Siegemund (Metzingen) und Tatjana Maria (Bad Saulgau) bei Temperaturen um die 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit richten.

„Unglaublich schwierig“

Und der zweite Anzug passte. Siegemund mit zwei Punkten und der dritte Zähler durch Maria – die Qualifikation für das erstmals ausgetragene Finalturnier vom 16. bis 19. April in Budapest gelang in souveräner Manier. „Es war eine gute Woche für uns. Ich bin sehr zufrieden“, sagte Schüttler.

Ausgelassene Freude herrschte auch bei Barbara Rittner. Nachdem Laura Siegemund mit dem 6:1, 6:2 am Samstag gegen Gabriela Ce den Sieg perfekt gemacht hatte, nahm die Bundestrainerin die Matchwinnerin in den Arm und sagte hocherfreut: „Ein riesiges Kompliment an das ganze Team.“

Rittner wusste um die Schwere der Aufgabe. „Es klingt immer einfach, als Favorit nach Brasilien zu reisen, aber am Ende ist jedes einzelne Match unglaublich schwierig“, sagte die 46-Jährige, die selbst zahlreiche Fedcup-Schlachten geschlagen hat. Höhepunkt war der Triumph 1992 an der Seite von Steffi Graf und Anke Huber, es war bis heute der zweite und letzte deutsche Sieg im Nationenwettbewerb der Tennisspielerinnen.

Rittner wusste, bei wem sie sich zu bedanken hatte: „Gratulation an Laura Siegemund, die das hier perfekt gemacht und zwei Punkte geholt hat. Auch an Tatjana Maria, die unglaublich gekämpft und einen Punkt gewonnen hat.“ Den vierten Zähler steuerte das Doppel Anna-Lena Friedsam (Neuwied) und Antonia Lottner (Düsseldorf) bei.

Im April an der Donau braucht Rainer Schüttler aber wieder seine erste Garde, will er bei der Titelvergabe ernsthaft ein Wörtchen mitreden. Kerber und Görges könnten in Budapest wieder zur Mannschaft stoßen. Kerber dürfte bis dahin ihre Oberschenkelverletzung auskuriert haben. Andrea Petkovic (Darmstadt) wird dagegen wohl nicht zur Verfügung stehen. Die 32-Jährige wurde am Knie operiert und hofft auf ein Comeback in „sechs bis acht Wochen“.

In der ungarischen Hauptstadt wird erstmals in einer Endrunde der Gesamtsieger ermittelt. Neben den acht Qualifikanten nehmen dort Gastgeber Ungarn, Titelverteidiger Frankreich, Vorjahresfinalist Australien und per Wildcard Tschechien teil. Wie Deutschland schafften auch die USA, die Schweiz, Belgien, Spanien, Weißrussland, Russland und die Slowakei vorzeitig die Qualifikation für Budapest. (sid)

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